G20-Gipfel: Viele gute Absichten, wenig Konkretes
Hamburg. Zum Abschluss des G20-Gipfels am Dienstag im mexikanischen Badeort Los Cabos gab es mehr Absichtserklärungen als konkrete Pläne. Den Streit über den richtigen Weg zu mehr Wirtschaftswachstum suchte die Gruppe der 20 größten Wirtschaftsnationen (G20) zunächst mit einer unverbindlichen Passage in der Abschlusserklärung aufzulösen. Letztlich werden auf Pump finanzierte Programme genauso gut geheißen wie Haushaltssanierung und Strukturreformen.
Nach den Schuldzuweisungen in Richtung Europa glättete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Wogen. Sie sprach von einem "wichtigen Gipfel" mit einer ausgewogenen Debatte über Wachstumsimpulse in einer "Atmosphäre der Partnerschaft". Ein wenig konkreter wurde es dann doch noch: Immerhin statten die führenden G20 den Internationalen Währungsfonds (IWF), mit mehr Mitteln aus als zunächst gedacht: Insgesamt erhöht sich der IWF-Schutzwall auf mehr als eine Billion US-Dollar. Darüber hinaus wurde die Absicht, keine Maßnahmen zur Abschottung der nationalen Märkte zu unternehmen, bis 2014 erweitert.
Eine der größten Herausforderungen in den nächsten Jahrzehnten ist aus Sicht der G20-Staaten die Ernährung der Welt. Wegen des starken Anstiegs der Weltbevölkerung von heute sieben auf 9,3 Milliarden bis 2050 müsse die Produktion von Nahrungsmitteln um 50 bis 70 Prozent anwachsen, in Entwicklungsländern müsse die Produktion fast verdoppelt werden.












