17.06.12

Nigeria

Anschläge auf Kirchen fordern mindestens zwölf Tote

Drei Anschläge auf christliche Kirchen im Norden Nigerias verübt. Rotes Kreuz berichtet von mindestens 80 Verletzten und zwölf Toten.

Foto: dapd/DAPD
Drei Anschläge auf Kirchen im Norden Nigerias forderten mindestens zwölf Tote
Drei Anschläge auf Kirchen im Norden Nigerias forderten mindestens zwölf Tote

Lagos. Bei mehreren Bombenanschlägen auf Kirchen im Norden Nigerias sind nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens zwölf Menschen getötet und 80 verletzt worden. Zehn Menschen seien am Sonntagmorgen bei einem Anschlag auf eine Kirche in Kaduna und zwei weitere bei zwei Bombenexplosionen in der nahegelegenen Stadt Zaria getötet worden, sagte ein Mitarbeiter des örtlichen Roten Kreuzes. Über die Täter lagen zunächst keine Informationen vor.

+++ Sieben Tote in Nigeria - Boko Haram bekennt sich zu Anschlag +++

Die beiden Anschläge in Zaria ereigneten sich den Angaben zufolge im Abstand von etwa zehn Minuten. Dabei wurden demnach mindestens 51 Menschen verletzt, bei der Explosion in Kaduna wurden mindestens 29 Menschen verletzt. Helfer waren den Angaben zufolge damit beschäftigt, die Opfer der Anschläge in nahegelegene Krankenhäuser zu bringen. Junge Menschen seien auf die Straßen gegangen, um gegen die Gewalt zu protestieren, berichtete das Rote Kreuz.

+++ Selbstmordanschlag in Nigeria: Dutzende Menschen getötet +++

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand, doch die radikalislamische Sekte Boko Haram verübt regelmäßig Angriffe im mehrheitlich von Muslimen bewohnten Norden des Landes, darunter auch auf Kirchen. Die Sekte will in Nigeria, dem mit mehr als 160 Millionen Menschen bevölkerungsreichsten Land Afrikas, eine strenge Auslegung des islamischen Rechts einführen. Allein in diesem Jahr sind mehr als 560 Menschen bei Gewaltakten ums Leben gekommen, die der Sekte zugeschrieben werden.

+++ Selbstmordanschlag in Nigeria: Dutzende Menschen getötet +++

(dapd)

Terror der radikalislamischen Sekte Boko Haram
Die radikalislamische Sekte Boko Haram, die erneut blutige Anschläge in Nigeria verübt hat, lehnt westliche Lebensformen ab. Der Name der Organisation wird mit "Westliche Bildung ist Sünde" übersetzt. Auf ihr Konto gehen zahlreiche Anschläge:
21. Januar: Augenzeugen sprechen nach Bombenanschlägen von mindestens 120 Toten in der nordnigerianischen Stadt Kano. Die Behörden hatten zunächst sieben Tote bestätigt. Boko Haram bekannte sich laut nigerianischen Fernsehen zu den Attentaten.
11. Januar: Bei einem Anschlag auf eine Bar im Nordosten Nigerias kommen acht Menschen ums Leben. Boko Haram bekent sich dazu. Wenige Stunden zuvor waren bei einem Anschlag auf Moslems im christlichen Süden Nigerias fünf Menschen ums Leben gekommen.
8. Januar: Bei Anschlägen und Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Islamisten werden mehrere Menschen getötet. Sicherheitsbehörden machen Boko Haram verantwortlich.
26. Dezember 2011: Boko Haram verübt am zweiten Weihnachtstag Anschläge auf Katholiken in Nigeria, mindestens 40 Menschen sterben.
26. August: Bei einem Selbstmordanschlag auf das Gebäude der Vereinten Nationen in der Hauptstadt Abuja sterben mindestens 25 Menschen. Boko Haram bekennt sich zur Tat.
4. Juli: Bei einem Anschlag auf einen Biergarten in Maiduguri im Nordosten Nigerias werden mindestens fünf Menschen getötet. Behörden lasten die Tat der Sekte an, die sich gegen Alkoholgenuss ausspricht.
16. Juni: Bei einem Anschlag auf das Hauptquartier der nigerianischen Polizei sterben mindestens zwei Menschen. Wenige Stunden später explodiert ein weiterer Sprengkörper nahe einer Kirche Nigerias. Vier Kinder werden getötet. Boko Haram bekennt sich zu der Tat.
8. Juni: In Maiduguri greifen Boko-Haram-Anhänger eine katholische Kirche an. Nach einem Zeitungsbericht sterben fünf Menschen.
1. Januar 2011: Bei Sprengstoffexplosionen sterben mindestens elf Menschen. Für die Anschläge in einer Kirche und auf einem Kasernengelände stehen die Muslim-Extremisten im Verdacht.
24. Dezember 2010: Bei blutigen Angriffen auf Christen in Nigeria werden an Heiligabend mindestens 80 Menschen getötet. In und um die Stadt Jos im Zentrum des Landes explodieren mehrere Bomben.
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