23.05.12

Anlage Musudan-ri

US-Institut: Nordkorea modernisiert Raketenstartanlage

Nordkorea erweitert US-Satellitenaufnahmen zufolge seinen alten Raketenstartplatz im Nordosten für größere Flugkörper.

Foto: dapd
Nordkorea erweitert laut einem US-Institut einen alten Raktenstartplatz. Ein großer Teil des Dorfes Taepodong musste dafür weichen
Nordkorea erweitert laut einem US-Institut einen alten Raktenstartplatz. Ein großer Teil des Dorfes Taepodong musste dafür weichen

Seoul. Nordkorea modernisiert nach Angaben eines US-Instituts eine ältere Raketenstartanlage im Nordosten des Landes, um von dort möglicherweise später Interkontinentalraketen zünden zu können. Auf Satellitenbildern sei zu erkennen, dass die Erweiterungsarbeiten auf der Anlage Musudan-ri seit dem Sommer 2011 "rasche Fortschritte" gemacht hätten, hieß es am Mittwoch auf der vom US-Korea-Institut an der Johns Hopkins-Universität betriebenen Website 38 North.

+++ Experten: Nordkoreas Raketen sind schlechte Attrappen +++

Um Platz für ein Gebäude für die mögliche Montage größerer Raketen zu schaffen, habe ein großer Teil des Dorfes Taepodong weichen müssen. Es seien 70 Wohnhäuser, fünf größere Gebäude und zahlreiche Hütten abgerissen worden, hieß es. Es werde aber voraussichtlich noch bis 2016 oder 2017 dauern, bis das neue Raketenzentrum betriebsbereit sei.

Das Institut vermutet, dass die künftige Startrampe für größere Raketen als die Unha-3-Rakete ausgerichtet sein soll, die Nordkorea am 13. April auf einer neuen Anlage im Westteil des Landes gezündet hatte. Die Rakete war kurz nach dem Abheben in der Luft explodiert. "Die neue Anlage soll künftig Starts von Raketen ermöglichen, die größer als die kürzlich getestete Unha sind – leistungsstärkere Flüssigtreibstoff-Trägerraketen oder Raketen mit interkontinentaler Reichweite – die auch Japan überfliegen können." Damit würden sich die regionalen Spannungen weiter verschärfen.

Der Weltsicherheitsrat hatte den Start im April verurteilt. Während Nordkorea von einem Satellitenstart sprach, sahen die USA und andere Länder darin den verschleierten Start einer Mehrstufenrakete, die einen atomaren Sprengkörper transportieren könnte. (dpa)

Resolution 1874 der Vereinten Nationen
Im Streit um Nordkoreas Atomprogramm haben die Vereinten Nationen mehrfach Sanktionen gegen die kommunistische Diktatur verhängt.
Als Reaktion auf Nordkoreas zweiten Atomwaffentest im Mai 2009 verabschiedeten die 15 Mitgliedstaaten des Uno-Sicherheitsrates einstimmig die Resolution 1874 vom 12. Juni 2009.
Sie ist völkerrechtlich verbindlich und lässt gemäß Kapitel VII der Uno-Charta notfalls auch die Anwendung von Gewalt zu.
In der Resolution fordert der Rat Pjöngjang auf, keine weiteren Atomtests zu unternehmen, alle Atomwaffen und existierenden Nuklearprogramme "vollständig, nachweisbar und unwiderruflich aufzugeben" sowie unverzüglich zu den Sechs-Parteien-Gesprächen zurückzukehren.
Auch weitere Raketentests "unter Verwendung ballistischer Flugkörpertechnologie" habe das Land zu unterlassen. Zudem soll Fracht von und nach Nordkorea in Häfen, Flughäfen und auf hoher See stärker auf verbotene Waffenlieferungen kontrolliert werden.
Die Resolution verschärft das bereits 2006 nach dem ersten Atomtest verhängte Waffenembargo gegen Nordkorea. Damit soll das Regime, dessen Einnahmen auch aus dem Waffenhandel stammen, finanziell getroffen werden.
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