Gewalt in Syrien
UN-Chef vermutet al-Qaida hinter Damaskus-Anschlägen
Die syrische Opposition hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon widersprochen, der die jüngsten Anschläge in Damaskus für das Werk von al-Qaida hält.
Beirut/Damaskus. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vermutet die Terrororganisation al-Qaida hinter dem jüngsten Doppelanschlag in der syrischen Stadt Damaskus. Ban sagte am Donnerstag in New York, die Aktivitäten des Extremistennetzwerks in der Region verursache äußerst gravierende Probleme. Er glaube, dass "beunruhigender- und überraschenderweise" die al-Qaida Drahtzieher der Anschläge in der syrischen Hauptstadt sei.
Mindestens 55 Menschen waren bei dem Doppelanschlag in Damaskus am Donnerstag vergangener Woche getötet und 370 verletzt worden. Selbstmordattentäter hatten ihre mit Sprengstoff beladenen Autos vor einem Geheimdienstgebäude zur Explosion gebracht. Nach Angaben von Augenzeugen zündete zunächst eine kleinere Bombe und dann eine wesentlich stärkere, die offenbar gezielt Schaulustige und Rettungskräfte treffen sollte. Die Taten wurden international verurteilt. (dapd)
Die syrische Opposition hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon widersprochen, der die jüngsten Anschläge in Damaskus für das Werk von al-Qaida hält. Ein Vertreter des Syrischen Nationalrates sagte dem Nachrichtensender Al-Arabija am Freitag, die Anschläge seien von Terroristen verübt worden, die das Regime von Präsident Baschar al-Assad als "Reserve für schlechte Zeiten" in seinen Gefängnissen festgehalten habe.
Die USA hatten dem Regime in Damaskus viele Jahre lang vorgeworfen, es fördere das Einsickern von Terroristen via Syrien in den Irak und unterstütze eine sunnitische Terrorgruppe im Libanon.
Leiter von UN-Mission in Syrien fordert echten Willen zum Dialog
Ohne einen ernsthaften Dialog zwischen den Konfliktparteien in Syrien sieht der Leiter des dort stationierten UN-Beobachterteams keine Chance auf ein dauerhaftes Ende der Gewalt. Alleine könne die UN-Mission dieses Ziel nicht erreichen, sagte der norwegische Generalmajor Robert Mood am Freitag bei einer Pressekonferenz in Damaskus. Nötig sei, dass "alle internen und externen Akteure" den echten Willen zu Gesprächen hätten. Er sei stärker denn je davon überzeugt, dass Gewalt die Krise nicht lösen könne, sagte Mood.
Ein im April ausgehandelter Plan des Sondergesandten Kofi Annan sieht eine Waffenruhe und einen Dialog vor, er wird jedoch von Regierung wie Aufständischen missachtet. "Wir verurteilen Gewalt in all ihren Formen seitens jeglicher Partei auf das Schärfste", sagte Annans Sprecher Ahmad Fawzi in Genf. Wenn ein politischer Prozess auch nur den Hauch einer Chance haben solle, müsse die Gewalt aufhören.
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Syrische Regierungstruppen nahmen unterdessen die Stadt Rastan nach Angaben von Oppositionsgruppen am Freitag erneut unter Beschuss. Das Vorgehen ist Teil einer seit Tagen andauernden Offensive mit dem Ziel, die seit Januar von Aufständischen gehaltene Stadt zurückzuerobern. Die Örtlichen Koordinationskomitees und das in London ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte sprachen von intensivem Beschuss am Vormittag. Videos, die von Aktivisten online gestellt wurden, zeigten dichten Rauch und Granaten, die in Rastan einschlugen.
Nach UN-Schätzungen vom März kamen in dem seit Anfang 2011 andauernden Konflikt mehr als 9.000 Menschen ums Leben. Seit März wurden hunderte weitere Menschen getötet.















