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Ausland

Neue Gewalt

74 Tote bei Kämpfen in Syrien - Westliche Journalisten sterben

Weitere 29 Opfer seien aus Idlib und 13 aus Hama gemeldet worden, die übrigen aus anderen Teilen des Landes. Zwei tote Journalisten.

Bewaffnete Soldaten ziehen durch den Nordwesten von Syrien
Foto: AFP

Beirut. Bei Kämpfen in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten am Mittwoch mindestens 74 Menschen getötet worden. Allein in der Stadt Homs seien 20 Menschen ums Leben gekommen, teilten Mitglieder der Örtlichen Koordinationskomitees mit. Weitere 29 Opfer seien aus Idlib und 13 aus Hama gemeldet worden, die übrigen aus anderen Teilen des Landes.

Von unabhängiger Seite konnten die Angaben nicht bestätigt werden. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen vom Januar wurden seit Beginn der Aufstände gegen das Regime von Präsident Baschar Assad mindestens 5.400 Menschen getötet. Aktivisten sprechen inzwischen von insgesamt mehr als 7.300 Getöteten.

Beim Beschuss der syrischen Oppositionshochburg Homs durch Truppen des Assad-Regimes waren am Mittwoch auch ein französischer Fotograf und eine amerikanische Kriegsberichterstatterin getötet worden. Die französische Regierung teilte mit, bei den getöteten Journalisten handele es sich um den 28-jährigen französischen Fotografen Remi Ochlik und die amerikanische Reporterin Marie Colvin, die für die Londoner „Sunday Times“ arbeitete.

Die Namen wurden von der Pariser Außenamtssprecherin Valerie Pecresse mitgeteilt. Staatspräsident Nicholas Sarkozy erklärte: „Das reicht, das Regime muss weg.“ Außenminister Alain Juppé sagte, die Angriffe seien ein Beleg für eine „zunehmend nicht hinnehmbare Repression“ der syrischen Sicherheitskräfte. Der französische Kultusminister Frédéric Mitterand nannte den Tod der Journalisten entsetzlich. Von Ochliks Fotoagentur gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Vorfall, während die „Sunday Times“ auf ihrer Internetseite über den Tod ihrer langjährigen Korrespondentin berichtete.

Der in Homs lebende Aktivist Omar Schaker sagte, die Journalisten seien getötet worden, als mehrere Raketen in den Garten eines Hauses im Stadtteil Baba Amr einschlugen, in dem sich Aktivisten und Journalisten aufhielten. Seit Wochen liegt der Stadtteil unter schwerem Beschuss der Regierungstruppen. Mindestens zwei weitere westliche Journalisten seien am Mittwoch verletzt worden, berichteten Aktivisten: die französische Reporterin Edith Bouvier von der Tageszeitung „Le Figaro“ und der britische Fotograf Paul Conroy von der „Sunday Times“. Die Journalisten seien verfolgt worden, als sie Deckung gesucht hätten, sagte Mitterand ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Colvin hatte mehr als zwei Jahrzehnte lang für die „Sunday Times“ berichtet. Markant an ihrem Äußeren war nicht zuletzt ihre Augenklappe, die sie seit einer Verletzung während ihrer Berichterstattung über den Konflikt auf Sri Lanka 2001 trug.

Die USA erklärten angesichts der andauernden Gewalt in Syrien, „zusätzliche Maßnahmen“ würden nicht ausgeschlossen. Bisher hat Washington etwa Waffenlieferungen an die syrischen Oppositionskräfte ausgeschlossen. „Wir schließen zusätzliche Maßnahmen nicht aus, falls die internationale Gemeinschaft zu lange warten sollte und nicht die Maßnahmen ergreift, die ergriffen werden müssten“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Garner.

In Tunesien findet am Freitag ein Treffen des „Freundeskreises des syrischen Volkes“ teil, an dem neben anderen Bundesaußenminister Guido Westerwelle und US-Außenministerin Hillary Clinton teilnehmen. Es wird erwartet, dass dieser von Westerwelle mit initiierte Freundeskreis das weitere internationale Vorgehen angesichts der Veto-Blockade durch China und Russland im Weltsicherheitsrat diskutiert.

Das in London ansässige Observatorium für Menschenrechte berichtete, in der nordwestlichen Provinz Idlib hätten syrische Kampfhubschrauber das Dorf Ifis mit Maschinengewehren beschossen. Idlib ist Hauptbasis der Rebellen der Freien Syrischen Armee.

In dem Damaszener Stadtteil Masseh sowie dem Vorort Dschobar gab es den Örtlichen Koordinationskomitees zufolge zu Razzien. Dutzende Personen seien festgenommen worden, teilte die Oppositionsgruppe mit. (dapd)

 

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