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Ausland

Neu-Dehli

Porno-Skandal zwingt drei indische Minister zum Rücktritt

Weil sie während einer Parlamentsdebatte einen Sex-Film auf einem Handy anschauten, sind drei indische Minister zurückgetreten.

Indische Frauen demonstrieren gegen die drei Minister, die im Parlament Sex-Filme schauten
Foto: dpa/DPA

Neu-Dehli. Skandal in Südindien: Weil sie dabei erwischt worden sind, wie sie sich während einer Parlamentsdebatte Pornos auf einem Handy anschauten, sind am Mittwoch drei Minister der Regionalregierung zurückgetreten. Ein lokaler Fernsehsender hatte am Vortag eine Sitzung des Parlaments im Bundesstaat Karnataka übertragen. Dabei waren Entwicklungsminister Lakshmana Savadi und der für Frauen und Kinder zuständige Minister C.C. Patil zu sehen, wie sie die anstößigen Filme schauten. Im Parlament fand gerade eine hitzige Debatte statt. Als drittes Regierungsmitglied trat Hafenminister Krishna Palemar zurück, weil ihm das Telefon gehörte.

Alle drei Politiker gehören der hindu-nationalistischen BJP-Partei an. Sie stritten ab, die Sex-Videos absichtlich geschaut zu haben. Savadi erklärte, er habe sich den Clip über die Vergewaltigung einer Frau durch vier Männer nur angesehen, um sich auf eine Debatte über die negativen Auswirkungen von Rave-Partys vorzubereiten. Der Porno-Skandal löste Zorn und Proteste in der Bevölkerung aus.

Die Verbreitung pornografischen Materials ist im moralisch konservativen Indien verboten. Auch Kinofilme werden streng zensiert: Kuss- und Bettszenen sind verpönt und werden regelmäßig aus Bollywood- und aus Hollywood-Filmen herausgeschnitten, um das Schamgefühl der Zuschauer nicht zu verletzen. (epd)

 

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