12.07.11

Ermittlungen gegen früheren IWF-Direktor

Anhörung von Strauss-Kahn findert erst im August statt

Um zwei Wochen wurde der erste Gerichtstermin verschoben. Die Anwälte von Strauss-Kahns hoffen auf eine Einstellung des Verfahrens.

Foto: AFP
Nachdem Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens aufkamen, das Strauss-Kahn beschuldigt hat, wurde der Hausarrest des ehemaligen Direktors des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgehoben
Nachdem Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens aufkamen, das Strauss-Kahn beschuldigt hat, wurde der Hausarrest des ehemaligen Direktors des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgehoben

New York. Zwei Wochen Aufschub: Der ehemalige IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn muss nicht wie geplant am 18. Juli, sondern erst am 1. August wieder zum nächsten Gerichtstermin erscheinen, um weiteren Ermittlungen zur Klärung der Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn mehr Zeit zu geben. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der ursprünglich für den 18. Juli angesetzte Termin am Montag vom Gericht in New York verschoben. Strauss-Kahns Anwälte William Taylor und Benjamin Brafman berichteten, sie hofften, dass der Staatsanwalt in dem verlängerten Zeitraum zu der "notwendigen Entscheidung kommt, den Fall einzustellen". Die Staatsanwaltschaft teilte mit, beide Seiten sollten bis zum 1. August ihre Ermittlungen fortsetzen. Der Antrag auf Verschiebung des ursprünglichen Termins sei eine Routinemaßnahme.

Nachdem Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens aufkamen, das Strauss-Kahn beschuldigt hat, wurde der Hausarrest des ehemaligen Direktors des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgehoben. Die Anklage gegen ihn besteht allerdings weiterhin, auch das Land darf Strauss-Kahn nicht verlassen. Die Staatsanwaltschaft erklärt weiter, es gebe gerichtsmedizinische und andere Beweise, die die Aussage der 32-jährigen Hotelangestellten stützten. (dapd)


Lesen Sie dazu auch:

So lief der Fall Strauss-Kahn ab

Die Klage des Zimmermädchens wird nun wohl fallen gelassen, dafür muss sich Strauss-Kahn jetzt in Frankreich verantworten: Eine Journalistin hatte ihn wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt. Lesen Sie hier alle Ereignisse nach.

- 14. Mai: Strauss-Kahn wird kurz vorm Abflug nach Paris in New York festgenommen. Nach der später veröffentlichten Anklageschrift soll der IWF-Chef in seiner Hotelsuite versucht haben, ein 32-jähriges Zimmermädchen zu vergewaltigen.

- 15. Mai: Die Frau identifiziert Strauss-Kahn, wie Medien berichten.

- 16. Mai: Eine New Yorker Richterin entscheidet, dass Strauss-Kahn vorerst in Haft bleibt. Sie begründet dies mit Fluchtgefahr. Eine Kaution von einer Million Dollar lehnt sie ab. Die New Yorker Staatsanwaltschaft legt Strauss-Kahn sechs Straftaten zur Last, darunter versuchte Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch. Erste Berichte über ein Alibi des 62-Jährigen tauchen auf. Nach Meldungen französischer Medien war der IWF-Chef zur mutmaßlichen Tatzeit gar nicht im Hotel, sondern traf seine Tochter. Er habe seine Hotel-Rechnung um 12.28 Uhr bezahlt und sei dann Essen gegangen. Eine regierungsnahe französische Website veröffentlicht angebliche Polizeiprotokolle und diplomatische Berichte. Danach hat die Polizei DNA-Spuren, vermutlich Sperma, sichergestellt. Auf Strauss-Kahns Oberkörper seien Kratzspuren zu sehen gewesen. Die New Yorker Justiz prüft, ob der IWF-Chef schon einmal eine Frau angegriffen hat. Ein früherer Fall außerhalb der USA gleiche in groben Zügen dem aktuellen Vorwurf.

- 17. Mai: Strauss-Kahn soll nach Angaben eines New Yorker Boulevardblattes die Möglichkeit von "einvernehmlichem Sex" eingeräumt haben. Er genießt nach Angaben des IWF keine diplomatische Immunität. Das Zimmermädchen will gegen den Chef des Internationalen Währungsfonds aussagen, sagt ihr Anwalt. Sie arbeite bereits mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen. In seiner Gefängniszelle bleibt der IWF-Chef wegen angeblicher Selbstmordgefahr rund um die Uhr unter Beobachtung.

- 18. Mai: Die Lage für Strauss-Kahn wird immer prekärer. US-Finanzminister Timothy Geithner fordert offen eine Übergangslösung für die Führung des Währungsfonds. Das mutmaßliche Opfer sagt überraschend vor einer Grand Jury aus. Der Fernsehsender CNN berichtet, dass die 32-Jährige abgeschirmt in New York vernommen wird. Die Grand Jury hat letztlich zu entscheiden, ob es zu einem Prozess gegen den Franzosen kommt.

- 19. Mai: Die Grand Jury bestätigt alle Anklagepunkte gegen Strauss-Kahn. Er zieht die Konsequenzen aus der Sex-Affäre und tritt als IWF-Chef zurück. Er weist aber weiter alle Vorwürfe zurück.

- 20. Mai: Strauss-Kahn kommt gegen sechs Millionen Dollar Kaution und unter hohen Auflagen auf freien Fuß. Er darf New York nicht verlassen und muss eine elektronische Fußfessel tragen. Eine Sicherheitsfirma bewacht den 62-Jährigen auf Schritt und Tritt, sein Reisepass wird einbehalten.

- 6. Juni: Strauss-Kahn erklärt sich vor einem New Yorker Gericht in allen Anklagepunkten für "nicht schuldig".

- 1. Juli: Strauss-Kahn wird aus seinem strengen Hausarrest entlassen. Der Staatsanwaltschaft sind inzwischen erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Hotelangestellten gekommen. Amerikanischen Medienberichten zufolge soll sie mit einem inhaftierten Freund über die Möglichkeit gesprochen haben, Geld aus dem Vorfall zu schlagen.

- 4. Juli: Strauss-Kahn wird in einem weiteren Fall der versuchten Vergewaltigung beschuldigt. Die französische Publizistin Tristane Banon kündigt eine entsprechende Anzeige an. Zu der Tat sei es im Februar 2003 während eines Interviews gekommen. Strauss-Kahn kündigt umgehend rechtliche Schritte wegen falscher Anschuldigungen an. (dpa)

Die Favoriten unseres Homepage-Teams
title
Aktualisiert vor 54 MinutenGewitter im Norden
Auch heute Abend drohen wieder Unwetter

Auf die Rekordhitze folgten in weiten Teilen Norddeutschlands schon am Mittwoch heftige Gewitter. In Hamburg fielen bis zu 332 Ampeln aus, zwei Dachstühle brannten. Ein Flieger musste nach Kopenhagen… mehr...


An historischer Stätte: US-Präsident Barack Obama östlich des Brandenburger Tores. Für Jahrzehnte war das undenkbar
11:03Reaktionen
Obama-Rede auf der Titelseite – mit einem Halbsatz

Die Bundesregierung gibt sich begeistert. Doch in seiner Heimat spielt die Berliner Rede von US-Präsident Obama kaum eine Rolle. Die "New York Times" widmet ihr auf der Titelseite nur einen Halbsatz. mehr...


Noch ist unklar, welche Flüssigkeit in den gefundenen Fässern lagert. (Symbolbild)
10:18Kreis Stormarn
Giftfässer bei Bauarbeiten in Tangstedt entdeckt

Sechs Fässer mit "ätzendem Stoff in hoher Konzentration" in Wilstedt entdeckt. Gefahrtrupp der Feuerwehr muss anrücken. Arbeiter atmen Dämpfe ein. mehr...


Vor dem Stadion Castelao in Fortaleza protestierten Demonstranten teilweise gewaltsam gegen Korruption, Misswirtschaft und hohe Staatsausgaben für die WM in Brasilien
11:45Proteste beim Confed Cup
Auch Brasiliens zweiter Sieg wird von Gewalt überschattet

Während die Seleção in Fortaleza mit einem Erfolg über Mexiko den Einzug ins Halbfinale des Confed Cups perfekt machte, tobte vor dem Stadion das Volk. Bei der Demo gegen Korruption gab es auch Verlet… mehr...

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Berlin
Reaktionen auf Obamas Rede am Brandenburger Tor

US-Präsident Barack Obama hat in seiner Berliner Rede von atomarer Abrüstung und den guten Beziehungen zu Deutschland gesprochen. Die Reakti…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Gewitter

Bilder des Unwetters im Norden

Barack Obama in Berlin

Konzert

Depeche Mode live in Hamburg

Altona

Bauarbeiter unter Stahlträger eingeklemmt

Highlights
rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr

rb_webcam_926043a.jpg
Webcams

Besuchen Sie online die schönsten Orte der Welt. mehr