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Ausland

Gewalt im Nahen Osten

Mehr als 20 Palästinenser am "Nakba"-Tag getötet

Am israelischen Unabhängigkeitstag gab es neue Eskalationen im Grenzgebiet. Tausende Zivilisten aus Syrien durchbrachen Grenze zu Golanhöhen.

Ein Palästinenser verbrennt in Jerusalem eine Israel-Flagge
Foto: dpa/DPA

Ramallah/Gaza. Bei Palästinenserprotest gegen Israels Staatsgründung gab es erneute Eskalationen: Beim Sturm auf Israels Grenzen sind gestern am sogenannten Nakba-Tag mehr als 20 Palästinenser getötet und Dutzende verletzt worden. Erstmals seit Jahrzehnten durchbrachen Tausende Zivilisten von Syrien aus die streng bewachte Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen. Dabei kamen nach unbestätigten Angaben des israelischen Rundfunks mindestens zehn Menschen ums Leben. Im südlichen Libanon wurden ebenfalls zehn Palästinenser von israelischen Soldaten getötet, 70 weitere verletzt. Auch im Gazastreifen gab es unter Demonstranten einen Toten und Dutzende Verletzte. An Militärsperren im Westjordanland und in Ost-Jerusalem kam es zu heftigen Krawallen. Die Palästinenser gedenken am Tag der Nakba (Katastrophe) der Flucht und Vertreibung Hunderttausender Araber aus Palästina nach der israelischen Staatsgründung im Jahr 1948.

Die neue Welle der Gewalt begann am Morgen, als ein arabischer Lastwagenfahrer in Tel Aviv einen Israeli tötete und 17 weitere verletzte. Am frühen Nachmittag stürmten dann Tausende Palästinenser von Syrien aus die hochgesicherte Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen. Dutzenden von ihnen gelang es sogar, bis in die nahe gelegene Ortschaft Madschd al-Schams vorzudringen. Bis zum Abend kehrten die meisten Demonstranten zurück nach Syrien. Auch im südlichen Libanon überrannte eine Menge von Palästinensern Absperrungen der libanesischen Armee und warf Steine gegen israelische Soldaten. Die Israelis feuerten Tränengasgranaten und scharfe Munition auf die Demonstranten ab. Zehn von ihnen wurden getötet. Tausende Palästinenser aus libanesischen Flüchtlingslagern waren an die israelische Grenze bei Marun al-Ras im Südlibanon geströmt. Sie forderten ein Ende der Besetzung palästinensischer Gebiete durch Israel und das Rückkehrrecht für geflohene und vertriebene Palästinenser und ihre Nachfahren.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte während der wöchentlichen Kabinettssitzung: "Ich bedauere, dass es unter den israelischen Arabern und unseren Nachbarn Radikale gibt, die den israelischen Unabhängigkeitstag in einen Tag der Kriegshetze und des Zorns verwandeln." Am Abend erklärte er, Israel werde alles tun, um seine Souveränität zu verteidigen. "Wir hoffen, dass bald wieder Ruhe herrscht", sagte der Regierungschef. Landesweit waren etwa 10 000 Polizisten im Sondereinsatz. (dpa/abendblatt.de) (dpa)

 

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