Überwachung von Internet und E-Mails
US-Präsident Obama plant den großen Lauschangriff
Web-Kontrolle: Auch Skypen und Chatten sollen überwacht werden. Programmierer sollen Hintertüren für US-Terrorfahnder einbauen.
Foto: AP/DAPD
Washington. Lauschangriffe von US-Sicherheitsbehörden im Internet sollen künftig wesentlich einfacher werden. Die Regierung von Präsident Barack Obama wolle Anbieter von Kommunikationsdienstleitungen im Internet künftig per Gesetz zwingen, auch verschlüsselte Chat- und E-Mail-Nachrichten ihrer Nutzer umgehend in Klarschrift offenzulegen, berichtete die „New York Times". Telefonate über das Internet sollen darüber hinaus genau so leicht abhörbar werden wie klassische Anrufe über das Festnetz oder Handy.
Entwickler von Kommunikationsleistungen im Internet müssten dem Gesetzentwurf zufolge schon beim Programmieren ihrer Angebote ein Hintertürchen einbauen, durch das sich die US-Behörden in mündliche Gespräche und schriftliche Chats einschalten können. Die Regelung soll für alle Firmen gelten, die ihren Service in den USA anbieten – ausländische Unternehmen würden zu diesem Zweck verpflichtet, ein Büro in den Vereinigten Staaten einrichten.
Das Gesetzesvorhaben soll im kommenden Jahr in den Kongress eingebracht werden, schreibt die Zeitung weiter. Der Plan stoße auf erhebliche Kritik bei amerikanischen Datenschützern und Internetexperten. Vertreter der Sicherheitsbehörden bezeichnen die geplanten Maßnahmen dagegen als unumgänglich, da bisherige Regelungen zum Abhören von Terrorverdächtigen und Kriminellen nicht mehr der technischen Realität entsprächen.




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