Konflikt
Erbitterter Kampf um Taliban-Hochburg
Hamburg/Kabul. Die größte gemeinsame Offensive von afghanischen und westlichen Truppen seit dem Sturz des Taliban-Regimes 2001 hat mit einem verheerenden Auftakt begonnen. Am zweiten Tag der Operation "Muschtarak" ("Gemeinsam") in der südafghanischen Provinz Helmand wurden versehentlich mindestens zwölf Zivilisten getöet. Die Internationale Schutztruppe Isaf teilte mit, zwei Raketen hätten ihr Ziel am Sonntag um etwa 300 Meter verfehlt.
Isaf-Kommandeur Stanley McChrystal entschuldigte sich beim afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. "Es ist bedauerlich, dass im Laufe unserer gemeinsamen Anstrengungen Unschuldige ihr Leben verloren", sagte der US-General. Man werde alles unternehmen, dass so etwas nicht mehr vorkomme.
In der Operation "Muschtarak" sind 15 000 afghanische, amerikanische, britische, dänische und estnische Soldaten in der Region Mardscha auf dem Vormarsch.
Mardscha ist eines der größten Opium-Anbaugebiete der Welt und zugleich eine Hochburg der radikalislamischen Taliban-Miliz. Die Nato-Soldaten können nur im Gefolge von schweren Minenräumfahrzeugen vorrücken, da die gesamte Gegend als vermint gilt. Im Laufe des Sonntags intensivierten sich die zunächst nur sporadischen Kämpfe nach einem Bericht der "New York Times". Ein Brite starb durch eine Mine, ein US-Soldat wurde von einem Scharfschützen der Taliban erschossen. Am nördlichen Rand von Mardscha sei es schließlich zu einem zweistündigen Gefecht gekommen. Es sei beendet worden, indem ein Kampfbomber der US-Marines eine 500-Pfund-Bombe auf die Stellung der Taliban warf.
Ein Feldkommandeur der Taliban namens Hashemi sagte über Mobiltelefon: "Wir sind stark und werden nicht aufgeben. Wir werden bis zum Tod kämpfen."
Der afghanische Armee-Kommandeur Sher Mohammed Sasai sagte gesterrn, es seien 27 Aufständische getötet worden. Nach BBC-Angaben befanden sich darunter sieben ausländische Kämpfer. Dies würde den Verdacht bestätigen, dass die Terrororganisation al-Qaida mit internationalen Kämpfern an dem Konflikt beteiligt ist.



100. Geburtstag
Axel Springer
Branchenbuch Hamburg






Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages




