22.04.14

Trotz Bürgerkrieg Präsidentenwahl in Syrien

Staatschef Assad einziger Kandidat. Opposition im Exil oder im bewaffneten Kampf

Damaskus. Trotz blutigen Bürgerkriegs und der Flucht von Millionen Menschen hat die Regierung in Damaskus für den 3. Juni Präsidentenwahlen angekündigt. Den Termin gab das Staatsfernsehen am Montag unter Berufung auf Parlamentspräsident Dschihad al-Laham bekannt. Kurz bevor der Termin für die Präsidentenwahl bekannt gegeben wurde, schlugen von Rebellen abgefeuerte Mörsergranaten nur wenige Hundert Meter vom Parlamentsgebäude entfernt in Damaskus ein. Laut staatlicher Agentur Sana wurden zwei Menschen getötet.

Staatschef Baschar al-Assad will bei der seit Längerem geplanten Wahl erneut antreten. Beobachter gehen davon aus, dass er der einzige Kandidat bleibt. Am Ostersonntag besuchte er die Christen-Enklave Maalula bei Damaskus. Die für ihre historischen Klöster und Kirchen bekannte Ortschaft war mehrere Monate von teils islamistischen Rebellen beherrscht worden, bevor sie vor knapp einer Woche von Regierungstruppen zurückerobert wurde. Die christliche Minderheit steht im syrischen Bürgerkrieg zwischen den Fronten; viele sehen Assad als Beschützer vor den Islamisten an. Immer wieder werden Christen verschleppt und getötet. Zwei syrische Bischöfe, die vor einem Jahr im Umland von Aleppo entführt wurden, sind bis heute verschwunden. Nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen laufen Verhandlungen zu ihrer Freilassung.

Für die Präsidentenwahl können sich Kandidaten von Dienstag an registrieren lassen. Die Frist endet am 1. Mai. Wie die Abstimmung konkret verlaufen soll, ist allerdings unklar. Denn seit Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 sind viele Regionen von Rebellen erobert worden. Regimegegner fordern einen bedingungslosen Rückzug Assads von der Staatsspitze.

Prominente Oppositionsaktivisten dürften außerdem – selbst wenn sie antreten wollten – von der Kandidatur ausgeschlossen sein. Laut Wahlrecht müssen alle Kandidaten in den vergangenen zehn Jahren in Syrien gelebt haben. Viele Oppositionelle waren wegen staatlicher Repressionen ins Exil gegangen.

In Österreich wächst unterdessen die Sorge um zwei vermisste muslimische Mädchen, die sich laut Medienberichten in Syrien islamistischen Kämpfern angeschlossen haben könnten. Am Ostermontag waren Sabina S., 15, und Samra K., 16, seit rund zehn Tagen verschwunden. Auf Bitten Österreichs fahndet Interpol nach den Schülerinnen, wie ein Polizeisprecher in Wien bestätigte.

Der syrische Bürgerkrieg hat Schätzungen zufolge mehr als 150.000 Menschen das Leben gekostet. Neben syrischen Regimegegnern kämpfen dort inzwischen auch Islamisten aus aller Welt.

(dpa)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Haushaltsdebatte
Albaner prügeln sich im mazedonischen Parlament

Eine Haushaltsdebatte im mazedonischen Parlament ist eskaliert. Vertreter der DUI und der DPA schlugen mit den Fäusten aufeinander ein.…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Hamburg

Ebola-Patient in Hamburg gelandet

Spanien

Tomatenschlacht in Buñol – eine Stadt sieht rot

Bundesliga

Clébers erstes HSV-Training

Los Angeles

Die Emmys: Hollywood feiert sich selbst

Hamburg Guide mehr
Weitere Dienste alle Dienste
Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr