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Ausland

Mord überschattet Kommunalwahl in Portugal

Kandidat erschießt Ehemann von politischer Gegnerin

Schüsse im Wahllokal, Bestürzung in ganz Portugal: Ein Kandidat der Sozialisten erschießt den Ehemann seiner politischen Gegnerin.

Ministerpräsident José Sócrates wusste noch nichts von dem Mord, als er seine Stimme abgab.
Foto: dpa/DPA

Lissabon. Schüsse im Wahllokal, Bestürzung in ganz Portugal: Ein Mord hat am Sonntag die Kommunalwahl überschattet. Ein Kandidat der Sozialistischen Partei (PS) von Ministerpräsident José Sócrates hat im Dorf Ermelo im Norden des Landes den Ehemann seiner politischen Gegnerin kurz vor Öffnung der Wahllokale erschossen, berichteten Medien.

Die Wahl im 800-Einwohner-Dorf Ermelo wurde den Angaben zufolge ausgesetzt. Der mutmaßliche Täter sei auf der Flucht, hieß es. „Er hat das Wahllokal betreten und ohne ein Wort zu sagen sofort auf den Ehemann der Bürgermeisterin geschossen“, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Lusa.

Bis zum Nachmittag zeichnete sich landesweit eine niedrige Wahlbeteiligung ab. Die Kommunalwahlen sind nach den Europawahlen im Juni und den Parlamentswahlen vor zwei Wochen bereits der dritte Urnengang binnen kurzer Zeit.

9,5 Millionen Portugiesen waren aufgerufen, ihre Vertreter in 308 Städten und Gemeinden neu zu bestimmen. In den meisten Gemeinden wurde nach letzten Umfragen ein Zweikampf zwischen der sozialdemokratisch ausgerichteten PS und der konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD) erwartet.

Bei den Parlamentswahlen hatte die PS von Sócrates zwar mit 36,5 Prozent gewonnen, die 2005 erstmals errungene absolute Mehrheit aber deutlich verfehlt. Sócrates sagte, er wolle erst nach den Kommunalwahlen über die Bildung einer Minderheitsregierung sprechen. (dpa/abendblatt.de)

 

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