Sonntag, 27. Mai 2012, 12:27

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Ausland

Terror in Afghanistan

Anschlag in Kabul – Karsai verteidigt Bundeswehr

Wieder wurde ein Isaf-Konvoi in der Nähe des Flughafens angegriffen - 16 Mensshen, darunter sechs italienische Soldaten starben.

Nach dem Anschlag trägt ein Mann seinen verwundeten Sohn durch die Straßen. Die medizinische Versorgung in Kabul ist schlecht, bei Anschlägen oft katastrophal.
Foto: AFP

Kabul. Bei einem Selbstmordattentat gegen ein Fahrzeug der Nato-Truppe sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs italienische Soldaten. Ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums teilte mit, unter den Toten seien mindestens drei afghanische Zivilisten. 38 Menschen seien mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht worden. Das Verteidigungsministerium in Rom erklärte, auch sechs italienische Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf seien getötet worden.

Zu dem Attentat im Zentrum der Hauptstadt Kabul bekannten sich am Donnerstag die radikalislamischen Taliban. Der Anschlag ereignete sich zur Mittagszeit auf einer belebten Straße zum Flughafen, rund einen Kilometer vor den Toren der US-Botschaft in Kabul. Augenzeugen zufolge steuerte ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Auto in ein gepanzertes Fahrzeug, das die italienische Flagge trug. Wie der italienische Verteidigungsminister Ignazio La Russa in Rom sagte, waren zum Zeitpunkt des Angriffs zehn italienische Fallschirmjäger in zwei Fahrzeugen unterwegs. Sechs von ihnen seien getötet, drei weitere verletzt worden. Wie der Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Semarai Baschari, sagte, wurden 55 Zivilisten verletzt. „Es handelte sich um einen Bombenanschlag auf die internationalen Truppen.

Für Italien sind derzeit 3250 Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Rom ist damit der sechstgrößte Truppensteller am Hindukusch. Ministerpräsident Silvio Berlusconi bekundete den Angehörigen sein Beileid. Der afghanische Staatschef Hamid Karsai verurteilte den Anschlag als „barbarisch“ und „anti-islamisch“.

Knapp zwei Wochen nach dem von der Bundeswehr angeordneten Bombardement im nordafghanischen Kundus hat Karsai den Angriff als Fehler bezeichnet. „Der Vorfall ist sehr bedauerlich, denn wir haben zu viele Zivilisten verloren“, sagte Karsai am Donnerstag. Zugleich nahm der Präsident Deutschland und die Bundeswehr aber ausdrücklich in Schutz. Die Bundesrepublik sei „ein alter Freund Afghanistans, und die Afghanen wissen das sehr, sehr gut“, sagte er. „Deutschland hat keinesfalls die Absicht, Schäden zu verursachen. Im Gegenteil: Deutschland ist hier, um die afghanische Bevölkerung zu beschützen.“

Die von Karsai eingesetzte Untersuchungskommission hatte den Taliban die Verantwortung für den Vorfall angelastet. Nach Angaben der Kommission starben bei dem Bombardement 30 Zivilisten und 69 Aufständische. Karsai sagte zu dem Bombardement auf die von den Taliban gekaperten Tanklastzüge:„Das hätte auf anderem Wege gelöst werden sollen.“ (dpa/HA)

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus