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Ausland

Jemen

Viele Tote bei Luftangriff auf Flüchtlingslager

Augenzeugen berichten von über 80 Opfern. Die jemenitische Luftwaffe soll den Angriff geflogen haben. Unabhängige Quellen gibt es noch nicht.

Ein Junge hat den Luftangriff schwer verletzt überlebt. Das Bild stammt von Rebellen im Jemen und kann nicht auf seine Authentizität überprüft werden.
Foto: AP

Sanaa/Hamburg. Nach Berichten von Augenzeugen sind im Jemen bei einem Luftangriff der Armee mehr als 80 Zivilisten getötet worden. Der Angriff vom Mittwoch galt einem Flüchtlingslager im Norden des Landes, wie die Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP sagten.

Unter den Opfern seien vor allem Frauen und Kinder, berichtete ein Zeuge. Ein Kampfflugzeug habe auf Flüchtlingsfamilien gefeuert, die sich in der Region Adi in einem improvisierten Lager unter Bäumen versammelt hätten. Ein anderer Zeuge sprach von „mindestens 87 Getöteten“. Adi liegt in der Provinz Omran rund 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt Sanaa. In der Region liefern sich Regierungstruppen und schiitische Aufständische seit mehr als einem Monat heftige Kämpfe.

Ein Rebellensprecher sagte: „Es sieht so aus, als seien sie mit einer Rebellen-Zusammenkunft verwechselt worden.“ Die Regierung in Sanaa wies die Darstellung zurück. In der Gegend hätten sich keine Flüchtlinge aufgehalten, hieß es aus Militärkreisen. Dennoch warf das Verteidigungsministerium den Rebellen vor, Zivilisten daran zu hindern, in sichere Gebiete zu gelangen. „Die Terroristen benutzen unschuldige Zivilisten als menschliche Schutzschilde“, hieß es in einer Mitteilung, in der aber nicht auf die Luftangriffe eingegangen wurde. Im Jemen wurden zuletzt auch deutsche Helfer und Touristen entführt und getötet. Über einige der Vermissten gibt es weiterhin Unklarhei.z (AFP/dpa)

 

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