28.02.13

Alenka Bratusek

Unerfahrene Politikerin soll Slowenien retten

Alenka Bratusek soll Slowenien aus der Krise führen. In kurzer Zeit muss die kaum erfahrene Interimschefin der größten Oppositionspartei eine Regierung bilden. Vom Sparkurs will sie offenbar abrücken.

Foto: dpa

Die 42 Jahre alte Politikerin Alenka Bratusek verbrachte ihr Berufsleben ausschließlich in staatlichen Institutionen
Die 42 Jahre alte Politikerin Alenka Bratusek verbrachte ihr Berufsleben ausschließlich in staatlichen Institutionen

Nach dem Sturz von Sloweniens Ministerpräsident Janez Jansa durch das Parlament will seine Nachfolgerin Alenka Bratusek das Euro-Mitgliedsland ohne Rettungshilfen aus der Krise führen. Doch noch vor einem Jahr kannte auch in Slowenien kaum jemand die 42-Jährige. Jetzt soll die Interimsvorsitzende der größten Oppositionspartei Positives Slowenien (PS) neue Regierungschefin des krisengeschüttelten Euro-Landes werden.

Viele bezweifeln allerdings, dass dies der relativ unerfahrene Politikerin gelingen wird. Bratusek muss ohne Vorlauf eine politische Meisterleistung vollbringen und innerhalb von zwei Wochen eine neue Regierung zusammenschweißen.

Sie ist erst seit Dezember 2011 Abgeordnete für die linke PS des Ljubljaner Bürgermeisters Zoran Jankovic. Der steht wie der abgewählte Regierungschef unter Korruptionsverdacht und hatte im Januar die Parteiführung überraschend an die bis dahin unbekannte Bratusek abgegeben.

Plagiatsverdacht gegen Politikerin

Die studierte Management-Expertin hat ihr berufliches Leben bislang ausschließlich in staatlichen Institutionen verbracht. Seit 1999 arbeitet sie im Finanzministerium, wo sie zuletzt die Haushaltsabteilung führte.

Ihre Management-Masterarbeit aus dem Jahr 2004 wird nach Angaben des Internet-Nachrichtenportals "siol.net" wegen Plagiatverdachts untersucht. Die Mutter von zwei Kindern stand lange im Verdacht, nur ein Werkzeug des PS-Gründers Jankovic zu sein.

Der hatte ihr zunächst den Parteivorsitz auch nur kommissarisch überlassen. Doch die 42-Jährige setzte durch, dass sich Jankovic dauerhaft von der Parteispitze zurückziehen muss, sobald sie als Regierungschefin gewählt ist.

Spekulationen über Mrs. Nobody

Über das ideologische und politische Gerüst Bratuseks ist wenig bekannt. In ihrer Vorstellungsrede im Parlament ließ sie am Mittwoch mit der Bemerkung aufhorchen, ihre Regierung werde vom strengen Sparkurs abgehen und mehr auf die Ankurbelung des Wirtschaftswachstums setzen.

Kommentatoren zogen bereits erste Parallelen zu Italien. Ähnlich wie dort vertreten die neuen potenziellen Regierungspartner auch in Slowenien praktisch unvereinbare wirtschaftspolitische Standpunkte. Während die Bürgerliste (DL) des früheren Parlamentspräsidenten Gregor Virant das umfangreiche Staatseigentum zügig verkaufen will, hält Bratusek von solchen Privatisierungsprogrammen nichts.

Sollte sie dennoch eine Koalition zustande bringen, wäre Bratusek die erste Frau an der Spitze einer slowenischen Regierung seit der Unabhängigkeit 1991.

dpa/sogi
Quelle: Reuters
28.02.13 0:46 min.
Im angeschlagenen Euro-Mitgliedsstaat Slowenien bahnt sich ein Machtwechsel an. Das Parlament setzte durch ein konstruktives Misstrauensvotum den konservativen Ministerpräsidenten Janez Jansa ab.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos
Reinfeldt-Wahlplakate in StockholmBrightcove Videos

Bei der Parlamentswahl in Schweden hat sich die von den Sozialdemokraten angeführte Linkskoalition gegen das Mitte-Rechts-Bündnis von Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt durchgesetzt. mehr »

Top Bildergalerien mehr
Hamburg-Nord

Feuer in Reetdachkate im Kellinghusen Park

Schauspieler

Trauerfeier für Joachim "Blacky" Fuchsberger

Riesen der Meere

"Quantum of the Seas" auf der Ems

Hamburg

Auf diese Toiletten sollten Sie gehen!

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr