27.02.13

Verräterischer Dampf

Iran entwickelt möglicherweise Plutoniumbombe

Satellitenbilder aus dem Iran zeigen verräterischen Dampf über der Nuklearanlage in Arak. Dies könnte auf einen Schwerwasserreaktor hindeuten – der wiederum zum Bau einer Plutoniumbombe benötigt wird.

Foto: Screenshot Daily Telegraph

Die Titelseite des „Daily Telegraph“ zeigt die Atomanlage in Arak. Deutlich zu erkennen ist der weiße Rauch, der aus einem der Schornsteine aufsteigt und ein Indiz für die Herstellung von Plutonium sein könnte
Die Titelseite des "Daily Telegraph" zeigt die Atomanlage in Arak. Deutlich zu erkennen ist der weiße Rauch, der aus einem der Schornsteine aufsteigt und ein Indiz für die Herstellung von Plutonium sein könnte

Der Iran entwickelt einem britischen Zeitungsbericht zufolge offenbar einen "Plan B" zum Bau einer Atombombe. Wie der "Daily Telegraph" am Dienstag berichtete, kann aus Satellitenbildern erschlossen werden, dass im iranischen Arak ein Schwerwasserreaktor betrieben wird.

Die Bilder zeigen aufsteigenden Dampf. Bislang konzentrierte sich die internationale Aufmerksamkeit vor allem auf die Urananreicherung, in Arak kann möglicherweise Plutonium produziert werden.

Ausländische Inspektoren haben seit 2011 keinen Zugang zur Schwerwasserproduktionsanlage von Arak. Die restliche Anlage durften sie allerdings besichtigten. Schwerwasser braucht man, um den Plutoniumreaktor zu fahren.

Zum Abschluss der Atomgespräche zwischen dem Iran und der 5+1-Gruppe am Mittwoch im kasachischen Almaty verständigten sich beide Seiten auf neue Verhandlungsrunden. Nach einem Treffen auf Expertenebene am 17. und 18. März in Istanbul seien neue Gespräche mit den 5+1 am 5. und 6. April in Almaty geplant, bestätigten Vertreter beider Seiten. Irans Atomunterhändler Said Dschalili nannte die jüngsten Gespräche "realistischer".

Iran nennt Gespräche "positiv"

Dschalili sagte am Mittwoch am Ende der zweitägigen Gespräche in der kasachischen Metropole, das Treffen könne insgesamt als "positiv" bezeichnet werden. Die Weltmächte seien diesmal mit einer "realistischeren Herangehensweise" in die Atomverhandlungen gegangen.

"Einige der von ihnen vorgebrachten Punkte waren realistischer als Dinge, die sie in der Vergangenheit gesagt haben." Der Iran sehe die Gespräche als "positiven Schritt", dem nun weitere Schritte in gegenseitigem Einvernehmen folgen könnten.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, die die aus den fünf UN-Vetomächten und Deutschland bestehende 5+1-Gruppe repräsentiert, bewertete die jüngsten Gespräche zurückhaltend. "Ich hoffe, dass die iranische Seite die von uns vorgebrachten Vorschläge positiv aufnehmen wird", sagte Ashton. Die Vorschläge zielten darauf ab, Vertrauen aufzubauen und ein Vorankommen im Atomstreit zu ermöglichen.

Israel warnt vor Täuschungsmanöver

Die 5+1-Gruppe und der Iran waren mit Angeboten in die Verhandlungen gegangen, in denen es um mögliche Lockerungen von Sanktionen und die Frage der iranischen Urananreicherung ging. Im Gegenzug für eine Lockerung der Sanktionen sollte der Iran die Urananreicherung auf 20 Prozent einstellen, den bereits angehäuften Uran-Bestand ins Ausland bringen und die Atomanlage Fordo schließen. Teheran hatte erklärt, ein Gegenangebot vorlegen zu wollen, lehnte die Forderungen aber ab.

Israel äußerte sich "extrem skeptisch" über mögliche Zugeständnisse Teherans: Der Iran wolle mit Atom-Gesprächen wie denen in Almaty nur Zeit für die Entwicklung von Atombomben gewinnen, erklärten Regierungsvertreter der Zeitung "Jerusalem Post".

"Die iranische Strategie ist klar: die diplomatischen Bemühungen in die Länge ziehen und parallel weiter Uran anreichern", sagte ein ungenannter Sprecher der Zeitung. Eigentliches Ziel der Führung in Teheran sei es, die Gespräche in die Länge zu ziehen, bis sie die Welt eines Tages mit einem Atomtest überraschen könne.

Sanktionen schaden Iran

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung von Kernenergie an einem Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Das islamische Land weist dies zurück.

Einem US-Regierungsbericht vom Dienstag zufolge brachten die internationalen Sanktionen den Iran an den Rand einer Rezession. Seit der Verschärfung der Sanktionen vor drei Jahren seien die Ölexporte um 18 Prozent zurückgegangen, während die vergleichbarer Länder um 50 Prozent stiegen.

Die Inflation stieg Ende 2012 auf 27 Prozent, für die kommenden Jahre wird mit einer Arbeitslosenquote von 15 bis 16,6 Prozent gerechnet. 2012 sank das iranische Bruttoinlandsprodukt um 1,4 Prozent, für 2013 wird mit einem weiteren Rückgang um 1,3 Prozent gerechnet.

AFP/dpa/DW/pku
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