21.02.13

Iran

Atomstreit: Signale aus Teheran, Westen mit neuem Angebot

Mit einem neuen Angebot an den Iran wollen die Weltmächte vor neuen Atomgesprächen die verhärteten Fronten aufweichen. Positives aus Teheran.

Foto: pa/dpa/APA
IAEA legt Iran-Bericht vor
Die Flagge der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA vor dem Uno-Gebäude in Wien. Zahlreiche Gespräche zwischen dem Iran und den Weltmächten sowie der IAEA sind bisher weitgehend ergebnislos geblieben

Wien/Paris. Vor neuen Gesprächen zwischen den Weltmächten und Teheran über das umstrittene Atomprogramm des Landes senden beide Seiten vorsichtige positive Signale. Die sogenannte 5+1-Gruppe aus den fünf ständigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrates und Deutschland will Teheran kommenden Donnerstag in Kasachstan ein neues Angebot unterbreiten. Der Iran verbessert zwar weiter seine kritisierte Urananreicherung auf 5 Prozent. Seine besonders umstrittene Menge von Uran, das auf 20 Prozent angereichert ist, hat das Land jedoch reduziert, wie der am Donnerstag vorgelegte Iran-Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zeigt.

Das Land habe einen Teil seines höher angereicherten Urans in Brennstoff für einen Forschungsreaktor umgewandelt und so für die mögliche Verwendung in einer Atombombe unbrauchbar gemacht, berichtete die IAEA. Statt 280 Kilo besitzt das Land offiziell nun nur noch 167 Kilo höher angereichertes Uran und liegt so unter der Menge von 250 Kilo, die man für eine Bombe braucht. 20 Prozent angereichertes Uran kann deutlich einfacher als fünfprozentiges auf die Waffenfähigkeit von über 80 Prozent angereichert werden.

Viele Staaten verdächtigen das islamische Land seit Jahren, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen zu arbeiten. Da der Iran nicht ausreichend mit den IAEA-Inspektoren zusammenarbeitet, kann die Atombehörde dies auch nicht mehr ausschließen. Der Uno-Sicherheitsrat hat bereits mehrfach Strafsanktionen verhängt. Teheran bestreitet alle Vorwürfe. Zahlreiche Gespräche zwischen dem Iran und den Weltmächten sowie der IAEA sind bisher weitgehend ergebnislos geblieben.

Kommenden Donnerstag ist eine neue Gesprächsrunde in Kasachstan geplant. "Wir werden ein aktualisiertes Angebot machen, das neue substanzielle Elemente enthält", bestätigte das französische Außenministerium am Donnerstag in Paris. Zu Details gab es zunächst keine Angaben. Grundlage des Ansatzes blieben vertrauensbildende Maßnahmen. Das Angebot könnte die Lockerung bestimmter Sanktionen beinhalten, hieß es aus diplomatischen Kreisen in Wien. Dafür müsste der Iran aber bestimmte Forderungen wie den Verzicht auf die 20-prozentige Urananreicherung und das Schließen der dafür notwendigen Anreicherungsanlage in Fordo erfüllen.

Aus dem IAEA-Bericht geht auch hervor, dass der Iran seine Urananreicherung auf 5 Prozent weiter verbessert hat. Teheran baue dafür gerade in seiner Anlage in Natans neue effizientere Zentrifugen ein. Damit kann das Land künftig deutlich mehr und schneller anreichern. Ingenieure hätten begonnen, 180 dieser Zentrifugen einzubauen, sagte ein hochrangiger Diplomat. Insgesamt wolle das Land 3000 installieren.

Sein einziges Atomkraftwerk in Buschehr hat der Iran nach IAEA-Angaben zum zweiten Mal abschalten müssen. Bereits im Oktober hatte es Probleme gegeben. Westliche Diplomaten sorgen sich um die Sicherheit des Meilers, was der Iran aber zurückweist.

(dpa)
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