21.02.13

Afghanistan

Tote bei Gefecht in Kundus – deutscher Soldat verletzt

Vier Aufständische, unter ihnen ein Taliban-Kommandeur, und zwei Polizisten wurden verletzt. Schwere der Verletzung des Deutschen unklar.

Foto: dpa
Gefecht in Kundus
Ein Bundeswehrsoldat nahe Kundus (Archivbild)

Kundus. Erstmals seit mehr als sieben Monaten ist in Afghanistan wieder ein deutscher Soldat verwundet worden. Beim Sturm eines Taliban-Verstecks in der nordafghanischen Stadt Kundus wurden am Donnerstag nach Polizeiangaben außerdem vier Aufständische und zwei Polizisten getötet. Der Sprecher der Polizei in der Provinz Kundus, Sayed Sarwar Hussaini, sagte, unter den getöteten Taliban sei ein Kommandeur namens Mullah Abdul Wali. Drei Aufständische seien gefangen genommen worden. Die getöteten Polizisten hätten einer afghanischen Sondereinheit angehört.

"Auch ein deutscher Soldat wurde bei der Operation verwundet", sagte Hussaini. Über die Schwere der Verletzung konnte er keine Angaben machen. Afghanische und deutsche Truppen hätten ein Haus in der Provinzhauptstadt gestürmt, das Taliban-Kämpfer als Versteck genutzt hätten. Die Aufständischen hätten Widerstand geleistet. Die Bundeswehr äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Zuletzt waren am 4. Juli vergangenen Jahres bei einem Angriff auf eine Patrouille südlich von Kundus-Stadt zwei deutsche Soldaten verwundet worden. Gefallene hat Deutschland am Hindukusch seit mehr als 20 Monaten nicht mehr zu beklagen. Am 2. Juni 2011 war in der an Kundus angrenzenden Provinz Baghlan ein Bundeswehr-Soldat bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden.

Kundus gehört zum deutsch geführten Regionalkommando Nord der Nato-geführten Schutztruppe Isaf mit Sitz in Masar-i-Scharif. Dort gab am Donnerstag Bundeswehr-General Erich Pfeffer das Regionalkommando an General Jörg Vollmer ab. Vollmer führt auch das deutsche Isaf-Kontingent.

Der scheidende Kommandeur Pfeffer sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Sicherheitslage in der Region habe sich im vergangenen Jahr insgesamt verbessert. "In sechs von neun Provinzen war die Lage zuletzt ausgesprochen ruhig. Hier hat bereits die afghanische Polizei die Führungsrolle. Die Sicherheitsoperationen unter Führung des afghanischen Militärs konzentrieren sich auf drei Provinzen, und auch hier auf wenige Distrikte." Der Isaf-Einsatz läuft Ende 2014 aus.

Knapp zwei Jahre vor dem Ende des Einsatzes hätten afghanische Sicherheitskräfte bereits weitgehend die Verantwortung von der Bundeswehr in Nordafghanistan übernommen, sagte der General. "Die Rolle der Isaf beschränkt sich jetzt auf die Beratung und Unterstützung mit beispielsweise Informationen oder durch Sprengfallenräumung. Aber eine Vielzahl von Operationen führen unsere Partner bereits völlig eigenständig durch."

Mehr als 80 Prozent aller Sicherheitskräfte im Norden würden inzwischen durch die Afghanen selber und nicht mehr durch internationale Truppen gestellt, sagte Pfeffer. "Die afghanischen Sicherheitskräfte sind im vergangenen Jahr quantitativ nahezu vollständig aufgestellt worden und haben sich qualitativ deutlich verbessert."

(dpa)
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