03.02.13

Krisenland Deutschland weitet Hilfe aus: 40 Militär-Ausbilder für Mali

SENEGAL-MALI-CONFLICT

Foto: AFP

SENEGAL-MALI-CONFLICT Foto: AFP

Erst nur Ausrüstung, jetzt auch Ausbilder: Deutschland weitet seine Hilfe für den Kampf gegen islamistische Rebellen in Mali weiter aus.

München. Deutschland will rund 40 Militärausbilder in das westafrikanische Krisenland Mali schicken. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz an, dass das Kabinett die Beteiligung an der geplanten EU-Ausbildungsmission am 19. Februar beschließen wird. Anschließend muss noch der Bundestag zustimmen, bereits Anfang März soll der Einsatz beginnen.

Der Schwerpunkt soll bei der Ausbildung von Pionieren liegen, die unter anderem für die Entschärfung von Sprengsätzen eingesetzt werden sollen. Einer YouGov-Umfrage zufolge rechnen 46 Prozent der Deutschen mit einem jahrelangen Konflikt in Mali – ähnlich wie in Afghanistan. Nur 27 Prozent glauben nicht an ein solches Szenario.

Die Bundeswehr unterstützt den Kampf französischer und afrikanischer Truppen gegen islamistische Rebellen schon jetzt mit drei Transportflugzeugen, 15 Millionen Euro und Ausrüstung. An der Ausbildungsmission der EU sollen sich insgesamt 200 bis 250 Soldaten beteiligen. Der Zustand der malischen Armee gilt als desaströs. Die Truppenstärke wird auf 3500 Soldaten geschätzt.

Die Bundeswehr hat mit der Pionierausbildung in Mali bereits Erfahrung gesammelt. Sie hatte dort bis zum Militärputsch im vergangenen Frühjahr Berater stationiert. Zusammen mit der Ausbildungsmission soll der Bundestag laut de Maizière auch über die Unterstützung französischer Kampfjets mit Tankflugzeugen entscheiden. Die Bundeswehr hat vier solcher Maschinen vom Typ A310. Sie müssen derzeit aber noch für die Betankung der französischen Kampfjets der Typen "Mirage" und "Rafale" zertifiziert werden. Dass dabei technische Probleme festgestellt werden, gilt aber als unwahrscheinlich.

In der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa bezeichneten 39 Prozent die deutsche Hilfe für ausreichend. 20 Prozent sind für eine Ausweitung, 32 Prozent für eine Reduzierung. Die Umfrage wurde allerdings durchgeführt, bevor de Maizière ankündigte, die Tankflugzeuge zur Verfügung stellen wollen. Die Gefahr von Terroranschlägen in Deutschland ist nach Ansicht einer Mehrheit der Befragten (52 Prozent) durch das Bundeswehr-Engagement in Mali gestiegen. 30 Prozent fühlen sich dagegen nicht stärker bedroht. YouGov befragte vom 29. bis 31. Januar 1061 Bundesbürger.