31.01.13

US-Außenpolitik

Möglicher Pentagon-Chef bezeichnet Iran als Bedrohung

Verteidigungsminister-Kandidat Chuck Hagel schließt Militärschlag gegen den Iran nicht aus. Israel hat seine volle Unterstützung.

Foto: dpa
Chuck Hagel
Chuck Hagel soll Verteidigungsminister der USA werden

Washington. Der als US-Verteidigungsminister nominierte Republikaner Chuck Hagel will sich im Umgang mit dem iranischen Atomprogramm alle Möglichkeiten offen halten. "Ich bin entschlossen, alle Optionen zu erwägen, um dem Iran und seiner Aggression zu begegnen", meinte Hagel in einem mehr als 100 Seiten langen Fragebogen, der vor seiner Anhörung im Senat am Donnerstag veröffentlicht wurde. Teheran bezeichnete er dabei als "erhebliche Bedrohung".

Zudem lobte er den Sanktionskurs von US-Präsident Barack Obama und kündigte an, die US-Unterstützung für das Raketenabwehrsystem in Israel aufrechterhalten zu wollen.

Hagel stand seit seiner Nominierung durch Obama im Visier unter anderem pro-israelischer Gruppen in den USA. Sie warfen ihm vor, er lehne einen Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm ab und zweifle auch am Sinn von Sanktionen gegen Teheran. Dass er 2006 von einer "jüdischen" Lobby gesprochen hatte, die auf US-Politiker in Washington "einschüchternd" wirke, lieferte seinen Gegnern weitere Munition.

Die Kritik an ihn hat sich aber in den vergangenen Tagen zunehmend gelegt. Am Donnerstag muss er dem Verteidigungsausschuss des Senats Rede und Antwort stehen, bevor er bestätigt werden kann.

Als größte Herausforderung beschreibt Hagel in dem Fragebogen den Abzug der Truppen aus Afghanistan bis zum kommenden Jahr und die Rolle der USA in dem Land nach 2014. Aus seiner Sicht müsse Kabul den verbleibenden amerikanischen Soldaten Immunität gewähren, sonst würde er eine weitere Präsenz in Afghanistan nicht befürworten.

Seine Qualifikation als künftiger Pentagonchef begründete er auch mit seinen Erfahrungen in Vietnam. "Ich kann nachvollziehen, wie es ist, ein Soldat im Krieg zu sein. Ich verstehe auch, was passiert, wenn die Moral und Disziplin in der Truppe schlecht ist und klare Ziele, Informationen, Kommandos und Kontrolle von Washington fehlen", meinte er.

(dpa)
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