26.01.13

Kanzlerin in Chile

Merkel beim Staatsessen mit Pinochets Außenministern

Beim Essen mit Piñera waren auch zwei Ex-Außenminister des früheren Diktators im Saal. Besonders Errázuriz' Vergangenheit gilt als heikel.

Foto: AFP
Merkel und der chilenische Präsident Sebastián Piñera in Santiago de Chile
Merkel und der chilenische Präsident Sebastián Piñera in Santiago de Chile

Santiago de Chile/Berlin. Zu einem Mittagessen auf Einladung des chilenischen Staatspräsidenten Sebastián Piñera für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind am Sonnabend auch zwei frühere Außenminister der Pinochet-Diktatur (1973-1990) gekommen. Miguel Ángel Schweitzer und Hernán Felipe Errázuriz waren mit im Saal des Präsidentenpalastes. Es galt als unwahrscheinlich, dass Merkel davon wusste. Aus deutschen Delegationskreisen verlautete, die chilenische Gästeliste werde vorher nicht vorgelegt.

Nach einem im vorigen Jahr bekanntgewordenen Geheimpapier aus der chilenischen Regierung wusste Errázuriz damals als Außenminister von dem Kindesmissbrauch in der berüchtigten deutschen Siedlung Colonia Dignidad. Er wurde erst mit dem Wandel zur Demokratie nach 1990 aufgeklärt. Während der Diktatur war die hermetisch abgeschirmte Anlage nach Erkenntnissen von Anklägern zudem eines der Folterzentren von Chiles Geheimpolizei.

Am Sonnabend hat Deutschland mit Chile bereits eine Vereinbarung mit dem Ziel der stärkeren Ausbeutung von Rohstoffen in dem Andenstaat abgeschlossen. Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums und des chilenischen Bergbauministeriums unterzeichneten am Sonnabend in der Hauptstadt Santiago eine entsprechende Erklärung. Darin heißt es, dass die Zusammenarbeit schwerpunktmäßig in den Bereichen Erkundung, Erschließung, Gewinnung, Aufbereitung und Verarbeitung von mineralischen Rohstoffen entlang der gesamten Wertschöpfungskette intensiviert werden soll. Chile verfügt mit 36 Prozent über die weltweit größten Kupferreserven.

Mit Merkel ist erstmals seit 22 Jahren wieder ein deutsches Regierungsoberhaupt nach Chile gereist, um die Beziehungen der beiden Länder zu vertiefen. Staatspräsident Piñera empfing die Kanzlerin am Sonnabend in der Hauptstadt Santiago im Präsidentenpalast "La Moneda" mit militärischen Ehren. Der Regierungschef einer Mitte-Rechts-Koalition hatte Merkel bei seinem Berlin-Besuch im Oktober 2010 nach Chile eingeladen.

Zweites Ziel von Merkels nur knapp zweitägigem Aufenthalt in dem Andenstaat ist ihre Teilnahme an dem Gipfel der EU mit der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (Celac). Thema des Treffens der mehr als 60 Länder sind die Förderung von sozial- und umweltverträglichen Investitionen, die Beseitigung von Investitionshemmnissen sowie Freihandelsabkommen. Erstmals trifft Merkel auf Kubas Staatschef Raúl Castro, dessen Bruder Fidel ihm vor knapp fünf Jahren das Amt übergeben hatte.

Die Staaten Lateinamerikas und der Karibik kommen seit 1999 etwa alle zwei Jahre zu einem Gipfel mit den EU-Ländern zusammen. Es ist das größte westliche Forum, an dem die USA nicht teilnehmen. Aus Europa sind diesmal die einzigen prominenten Regierungschefs Merkel und Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy. Aus Lateinamerika fehlt als prominentester Politiker der krebskranke venezolanische Präsident Hugo Chávez, der derzeit im kubanischen Havanna behandelt wird.

(dpa)
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