24.01.13

Atomwaffentests

Nordkorea verschärft Drohungen gegen USA

Mit offenen Drohungen gegen den "Erzfeind" USA kündigt Nordkorea einen weiteren Atomwaffentest und neue Raketenstarts an.

Foto: dpa
North Korean rocket launch
Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete

Seoul. Mit offenen Drohungen gegen die USA hat das kommunistische Nordkorea einen dritten Atomwaffentest und neue Raketenstarts angekündigt. Einen Zeitplan gab die Führung in Pjöngjang dafür nicht an. Der geplante Atomtest und die Starts der Langstreckenraketen würden dem "Erzfeind" USA gelten, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung der Nationalen Verteidigungskommission.

Das höchste Entscheidungsgremium des Landes reagierte damit auf den Beschluss des UN-Sicherheitsrats, die Sanktionen gegen Nordkorea wegen seines umstrittenen Raketenstarts im Dezember auszuweiten. Pjöngjang beschuldigte Washington erneut, eine feindselige Politik zu verfolgen.

Durch die neue Ankündigung verschärfen sich die Spannungen im Konflikt mit Nordkorea. Südkorea äußerte sein "tiefstes Bedauern" über die Erklärung. Das Nachbarland werde mit Nachdruck aufgerufen, weitere Provokationen zu unterlassen, einschließlich eines Nukleartests, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul

Auch der US-Sonderbeauftragte für die Nordkorea-Politik, Glyn Davies, appellierte bei einem Besuch in Seoul erneut an Nordkorea, keinen Atomtest zu unternehmen. "Ob sie testen oder nicht, liegt bei ihnen." Es wäre jedoch ein Fehler und eine "verpasste Gelegenheit", wenn sie es täten, sagte Davies.

"Wir verhehlen nicht, dass die verschiedenen Satelliten- und Langstreckenraketen, die wir weiter starten sowie der hochgradige Nukleartest, den wir unternehmen werden, gegen unseren Erzfeind USA gerichtet sind", erklärte Nordkoreas Verteidigungskommission nach Angaben der Staatsmedien des Landes. Die Resolution des Sicherheitsrats, die auf Initiative der USA verabschiedet worden sei, stelle "die gefährlichste Phase der feindseligen Politik gegen die Volksrepublik dar".

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul bekräftigte, Nordkorea könne jederzeit einen neuen Nukleartest ausführen. Pjöngjang müsse nur noch die Entscheidung dafür treffen. Experten in den USA und Südkorea gehen schon länger davon aus, dass Nordkorea für den dritten Test nach 2006 und 2009 bereits gerüstet ist.

Aus der Sicht Südkoreas und der USA diente der nordkoreanische Raketentest im Dezember der Entwicklung einer Interkontinentalrakete - oder auch Langstreckenrakete – die mit Atomsprengköpfen bestückt werden könnte. Nordkorea spricht von einem Satellitenstart zu friedlichen Zwecken. Mit der Stimme Chinas hatte der Sicherheitsrat am Dienstag in New York die Sanktionen gegen Pjöngjang ausgeweitet. Der Rat sieht mit solchen Starts bereits bestehende Resolutionen verletzt.

In Südkorea wurde unterdessen auch spekuliert, dass "hochgradiger Atomtest" bedeuten könnte, Nordkorea könnte diesmal einen Sprengsatz mit hoch angereichertem Uran (HEU) zünden. Atombomben werden mit Plutonium oder Uran hergestellt, die beide auch in Kernreaktoren eingesetzt werden. Die Urananreicherung gilt seit Jahren neben der Gewinnung von Plutonium als zweite Schiene des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass Nordkorea einen dritten Atomtest mit HEU unternimmt", zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Informanten des Geheimdienstes.

(dpa)
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