23.01.13

Bürgerkrieg in Syrien

Russland fliegt erstmals Staatsbürger aus

Moskau plant aber keine Massenevakuierung. Türkei spricht bei Angriffen von Regierungstruppen auf Syrer von Kriegsverbrechen.

Foto: dapd
Russia Syrian Evacuation
Russlands Außenminister Sergej Lawrow teilte mit, dass 77 russische Staatsbürger aus Syrien ausgeflogen wurden. In dem Land tobt seit 22 Monat ein blutiger Bürgerkrieg

Beirut. Erstmals seit Beginn des Bürgerkriegs hat Syriens enger Verbündeter Russland seine Staatsbürger vor den Kämpfen in Sicherheit gebracht. 77 Russen wurden am Mittwoch nach Moskau ausgeflogen, wie Außenminister Sergej Lawrow mitteilte. Eine Massenevakuierung der Zehntausende Russen, die in Syrien leben, sei aber nicht geplant. Die Türkei forderte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, die Angriffe der syrischen Regierungstruppen auf die eigenen Landsleute als Kriegsverbrechen einzustufen. Derweil kam am Mittwoch eine sechsköpfige Familie bei einem Raketenangriff in Nordsyrien ums Leben.

Laut Lawrow wollen rund tausend Russen Syrien verlassen, wo seit 22 Monaten Bürgerkrieg herrscht. Im Land leben laut dem Moskauer Außenministerium Zehntausende russische Staatsbürger, meist sind es mit Einheimischen verheiratete Frauen. Lawrows Vize Andrej Denissow trat dem Eindruck entgegen, es beginne ein großer Exodus. Russische Maschinen seien ohnehin nach Beirut geflogen, um auf Anfrage der syrischen Regierung humanitäre Hilfe zu bringen – und nähmen die Heimkehrwilligen nun eben mit zurück.

Offenbar zweifelt Russland aber immer mehr daran, dass sich der syrische Staatschef Baschar al-Assad weiter gegen den Aufstand in seinem Land behaupten und an der Macht bleiben kann. Moskau gilt als Assads wichtigster Verbündeter und hat mehrfach Resolutionen im UN-Sicherheitsrat gegen Damaskus verhindert. Zuletzt hatte sich Russland aber immer mehr von Assads Regime distanziert.

Türkei spricht von Kriegsverbrechen in Syrien

Harte Worte gegen die syrische Regierung fand der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Regierungstruppen bombardierten Aleppo und andere Städte wahllos. Die internationale Gemeinschaft müsse die Angriffe als Kriegsverbrechen anerkennen, forderte Davutoglu.

Der jüngste Raketenangriff, bei dem eine sechsköpfige Familie starb, richtete sich gegen die Ortschaft Abu Taltal in der Provinz Aleppo. Die Kinder, die dabei ums Leben kamen, waren nach dem syrischen Beobachtungszentrum für Menschenrechte zwischen zwei und elf Jahre alt.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtete zudem von religiös motivierten Übergriffen der Rebellen im Norden des Landes. So hätten bewaffnete Gruppen zum Jahresende zwei Kirchen und eine schiitische Gebetsstätte zerstört. "Syrien wird seine reiche kulturelle und religiöse Vielfalt verlieren, wenn bewaffnete Gruppen nicht die Gebetsstätten respektieren", warnte die Nahost-Leiterin von Human Rights Watch, Sarah Leah Whitson.

Die Sicherheitsrisiken 2013 weltweit

Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Afrikas (Quelle: RiskMap):

 

Äquatorialguinea

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

 

Äthiopien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in bestimmten Regionen)

 

Angola

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Nordosten der Provinz Cabinda)

Burkina Faso

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Gebieten an der Grenze zum Norden Malis)

 

Burundi

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in nordwestlichen Provinzen)

 

Demokratische Republik Kongo

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

 

Elfenbeinküste

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

Eritrea

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an den Grenzen)

 

Gabun

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: niedrig

 

Guinea

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

 

Kamerun

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel

Kenia

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Nairobi sowie in nördlichen und östlichen Gebieten)

 

Liberia

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zur Elfenbeinküste)

 

Madagaskar

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

Mali

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Mauretanien, in Mopti und Segu; extrem hoch in Gao, Kidal und Timbuktu)

 

Niger

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Mali und Nigeria, in der Region Agadez und der nördlichen Hälfte der Region Tahoua)

 

Nigeria

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch in Borno, Yobe)

Simbabwe

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

 

Somalia

Politisches Risiko: extrem hoch (hoch in Somaliland) / Sicherheitsrisiko: extrem hoch (hoch in Somaliland)

 

Südafrika

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Johannesburg und in sozial benachteiligten städtischen Gebieten)

Tschad

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in einzelnen Regionen und an der Grenze zu Kamerun)

 

Uganda

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in nördlichen und nordöstlichen Gebieten sowie an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo)

 

Zentralafrikanische Republik

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch in Nord-Kivu)

Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Amerikas:

 

Belize

Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Belize City)

 

Bolivien

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

 

Ecuador

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Kolumbien)

El Salvador

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in San Salvador, La Libertad)

 

Guatemala

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Guatemala City und San Marcos, Escuintla, Petén sowie im Departamento Izabal)

 

Haiti

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

Honduras

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in San Pedro Sula, Tegucigalpa)

 

Jamaika

Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in West Kingston, Spanish Town)

 

Kolumbien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Cali, entlegenen ländlichen Gebieten sowie an den Grenzen zu Venezuela und Ecuador)

Mexiko

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Chihuahua, Coahuila, Nuevo León, Tamaulipas, Jalisco, Sinaloa, Durango, Guerrero, Michoacán, San Luis Potosí, Veracruz)

 

Nicaragua

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

 

Panama

Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in der Provinz Darién an der Grenze zu Kolumbien)

Peru

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in der Provinz Huallaga, Apurímac, im Tal des Ene)

 

Trinidad und Tobago

Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Laventille, Beetham)

 

Venezuela

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Caracas, größeren Stadtzentren und an der Grenze zu Kolumbien)

Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Asiens:

 

Afghanistan

Politisches Risiko: extrem hoch (hoch in Kabul) / Sicherheitsrisiko: extrem hoch

 

Bangladesch

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Chittagong)

 

Birma

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze)

Indien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Assam, Kashmir, Manipur, Nagaland, Tripura, Bihar, Jharkhand, Chhattisgarh, an der Grenze von Orissa, in den nördlichen Gebieten von Andhra Pradesh, in den westlichen Gebieten von West Bengal und den östlichen von Maharashtra)

 

Indonesien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Papua und Maluku)

 

Nepal

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Süden)

Nordkorea

Politisches Risiko: extrem hoch / Sicherheitsrisiko: niedrig

 

Pakistan

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch an der Grenze zu Afghanistan)

 

Papua Neuguinea

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: hoch

Philippinen

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im westlichen und südwestlichen Mindanao)

 

Sri Lanka

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Norden und Nordosten)

 

Thailand

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in drei südlichen Provinzen)

Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Europas:

 

Armenien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Aserbaidschan)

 

Aserbaidschan

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Armenien und in Nagorno-Karabakh)

 

Georgien

Politisches Risiko: mittel (hoch in Abchasien und Südossetien) / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Abchasien und Südossetien)

Kirgisistan

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

 

Moldawien

Politisches Risiko: mittel (hoch in Transnistrien) / Sicherheitsrisiko: niedrig (mittel in Transnistrien)

 

Russland

Politisches Risiko: mittel (hoch im Nordkaukasus) / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Nordkaukasus)

Tadschikistan

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

 

Usbekistan

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Kyrgyz, an der Grenze zu Tadschikistan und im Fergana-Tal)

 

Weißrussland

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel

Politische und sicherheitsrelevante Risiken im Nahen Osten und Nordafrika:

 

Ägypten

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Nord-Sinai)

 

Algerien

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

 

Iran

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: niedrig (mittel in verschiedenen Regionen)

Irak

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: extrem hoch

 

Jemen

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch in den südlichen Provinzen)

 

Libanon

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Tripolis, Bekaa, an der nördlichen Grenze zu Syrien)

Libyen

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch

 

Mauretanien

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch an der Grenze zum Norden Malis)

 

Palästinensische Gebiete

Politisches Risiko: hoch im Westjordanland, extrem hoch im Gazastreifen / Sicherheitsrisiko: mittel im Westjordanland, extrem hoch im Gazastreifen

Südsudan

Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zum Sudan)

 

Sudan

Politisches Risiko: extrem hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Südkurdufan und im Bundesstaat Blauer Nil; extrem hoch in Darfur)

 

Syrien

Politisches Risiko: extrem hoch / Sicherheitsrisiko: extrem hoch

Türkei

Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: niedrig (hoch in östlichen, ländlichen Grenzgebieten)

(dpa)
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