22.01.13Syrien-Konflikt
Uno-Delegation ist schockiert von Zerstörung in Syrien
Vereinte Nationen kommen nicht voran. Politische Lösung ist laut Brahimi nicht in Sicht. Russland evakuiert 80 Staatsbürger.
Foto: dpa
Ein Foto der offiziellen Syrisch Arabischen Nachrichten Agentur (SANA) zeigt den Syrian Deputy Commander, Chief der Armee und Verteidigungsminister, General Fahd Jassem al-Freij, der syrischen Soladen die Hand gibt
Damaskus/Istanbul. Eine Uno-Delegation, die Syrien besucht hat, ist schockiert vom Ausmaß der Zerstörung in den Hochburgen der Revolte gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Wie die Vereinten Nationen mitteilten, besuchten die Uno-Mitarbeiter in den vergangenen Tagen die Städte Homs und Telbise. Nach Uno-Informationen ist mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser in der Provinz Aleppo nicht mehr funktionsfähig. In der Provinz Deir as-Saur seien mehr als drei Viertel der Kliniken nicht mehr in Betrieb.
Die russische Regierung begann damit, ihre Staatsbürger aus dem Bürgerkriegsland zu bringen. Am libanesischen Grenzübergang Masnaa trafen am Dienstag 80 Russen ein, die von Beirut aus nach Russland gebracht wurden. Dort wurden sie von einem Vertreter der russischen Botschaft in Beirut empfangen. Nach Angaben der Grenzwächter überquerten vor allem russische Frauen und Kinder die Grenze.
Die syrische Opposition hält trotz aller internen Querelen an ihrem Plan fest, eine Übergangsregierung für die "befreiten Gebiete" in dem Land zu bilden. Das teilte die Nationale Syrische Koalition zum Abschluss eines Treffens in Istanbul mit.
Die Oppositionellen setzten ein sechsköpfiges Komitee ein, das die Aufgabe erhielt, binnen zehn Tagen einen Vorschlag für die Bildung der Regierung zu erarbeiten. Ein Teil der Opposition argumentiert, die Gründung einer Übergangsregierung sei verfrüht, da es wegen der Luftangriffe der Regierungstruppen keine "befreiten Gebiete" gebe, anders als 2011 in Libyen, wo die Nato die von Revolutionären kontrollierten Gebiete geschützt hatte.
Am Montag sollen in Syrien mehr als 200 Menschen getötet worden sein. Am Dienstag zählten Aktivisten bis zum Nachmittag 50 Tote. Die meisten Opfer gab es ihren Angaben zufolge im Umland der Hauptstadt Damaskus. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind durch den seit
22 Monaten andauernden Konflikt zwischen dem Assad-Regime und den verschiedenen Oppositionsgruppen und Rebellenbrigaden bereits mehr als 60.000 Menschen ums Leben gekommen.
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Uno-Syriengesandte Lakhdar Brahimi hatten am Montag (Ortszeit) bei einem Treffen in New York eine negative Bilanz der internationalen Bemühungen um ein Ende des Bürgerkrieges gezogen. Ein Sprecher sagte nach dem Treffen, das Ausmaß der Gewalt und Zerstörung sei fürchterlich. Ausländische Mächte heizten den Konflikt durch Waffenlieferungen an die Regierung und die Opposition zusätzlich an. Es sei besorgniserregend, dass es keine gemeinsame Haltung der internationalen Gemeinschaft zur Syrien-Krise gibt.
Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Afrikas (Quelle: RiskMap):
Äquatorialguinea
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel
Äthiopien
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in bestimmten Regionen)
Angola
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Nordosten der Provinz Cabinda)
Burkina Faso
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Gebieten an der Grenze zum Norden Malis)
Burundi
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in nordwestlichen Provinzen)
Demokratische Republik Kongo
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch
Elfenbeinküste
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch
Eritrea
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an den Grenzen)
Gabun
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: niedrig
Guinea
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel
Kamerun
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel
Kenia
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Nairobi sowie in nördlichen und östlichen Gebieten)
Liberia
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zur Elfenbeinküste)
Madagaskar
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel
Mali
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Mauretanien, in Mopti und Segu; extrem hoch in Gao, Kidal und Timbuktu)
Niger
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Mali und Nigeria, in der Region Agadez und der nördlichen Hälfte der Region Tahoua)
Nigeria
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch in Borno, Yobe)
Simbabwe
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel
Somalia
Politisches Risiko: extrem hoch (hoch in Somaliland) / Sicherheitsrisiko: extrem hoch (hoch in Somaliland)
Südafrika
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Johannesburg und in sozial benachteiligten städtischen Gebieten)
Tschad
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in einzelnen Regionen und an der Grenze zu Kamerun)
Uganda
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in nördlichen und nordöstlichen Gebieten sowie an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo)
Zentralafrikanische Republik
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch in Nord-Kivu)
Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Amerikas:
Belize
Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Belize City)
Bolivien
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel
Ecuador
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Kolumbien)
El Salvador
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in San Salvador, La Libertad)
Guatemala
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Guatemala City und San Marcos, Escuintla, Petén sowie im Departamento Izabal)
Haiti
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch
Honduras
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in San Pedro Sula, Tegucigalpa)
Jamaika
Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in West Kingston, Spanish Town)
Kolumbien
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Cali, entlegenen ländlichen Gebieten sowie an den Grenzen zu Venezuela und Ecuador)
Mexiko
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Chihuahua, Coahuila, Nuevo León, Tamaulipas, Jalisco, Sinaloa, Durango, Guerrero, Michoacán, San Luis Potosí, Veracruz)
Nicaragua
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel
Panama
Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in der Provinz Darién an der Grenze zu Kolumbien)
Peru
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in der Provinz Huallaga, Apurímac, im Tal des Ene)
Trinidad und Tobago
Politisches Risiko: niedrig / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Laventille, Beetham)
Venezuela
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Caracas, größeren Stadtzentren und an der Grenze zu Kolumbien)
Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Asiens:
Afghanistan
Politisches Risiko: extrem hoch (hoch in Kabul) / Sicherheitsrisiko: extrem hoch
Bangladesch
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Chittagong)
Birma
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze)
Indien
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Assam, Kashmir, Manipur, Nagaland, Tripura, Bihar, Jharkhand, Chhattisgarh, an der Grenze von Orissa, in den nördlichen Gebieten von Andhra Pradesh, in den westlichen Gebieten von West Bengal und den östlichen von Maharashtra)
Indonesien
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Papua und Maluku)
Nepal
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Süden)
Nordkorea
Politisches Risiko: extrem hoch / Sicherheitsrisiko: niedrig
Pakistan
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch an der Grenze zu Afghanistan)
Papua Neuguinea
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: hoch
Philippinen
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im westlichen und südwestlichen Mindanao)
Sri Lanka
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Norden und Nordosten)
Thailand
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in drei südlichen Provinzen)
Politische und sicherheitsrelevante Risiken in Ländern Europas:
Armenien
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Aserbaidschan)
Aserbaidschan
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zu Armenien und in Nagorno-Karabakh)
Georgien
Politisches Risiko: mittel (hoch in Abchasien und Südossetien) / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Abchasien und Südossetien)
Kirgisistan
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch
Moldawien
Politisches Risiko: mittel (hoch in Transnistrien) / Sicherheitsrisiko: niedrig (mittel in Transnistrien)
Russland
Politisches Risiko: mittel (hoch im Nordkaukasus) / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch im Nordkaukasus)
Tadschikistan
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch
Usbekistan
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Kyrgyz, an der Grenze zu Tadschikistan und im Fergana-Tal)
Weißrussland
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel
Politische und sicherheitsrelevante Risiken im Nahen Osten und Nordafrika:
Ägypten
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Nord-Sinai)
Algerien
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch
Iran
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: niedrig (mittel in verschiedenen Regionen)
Irak
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: extrem hoch
Jemen
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch in den südlichen Provinzen)
Libanon
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Tripolis, Bekaa, an der nördlichen Grenze zu Syrien)
Libyen
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: hoch
Mauretanien
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: hoch (extrem hoch an der Grenze zum Norden Malis)
Palästinensische Gebiete
Politisches Risiko: hoch im Westjordanland, extrem hoch im Gazastreifen / Sicherheitsrisiko: mittel im Westjordanland, extrem hoch im Gazastreifen
Südsudan
Politisches Risiko: hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch an der Grenze zum Sudan)
Sudan
Politisches Risiko: extrem hoch / Sicherheitsrisiko: mittel (hoch in Südkurdufan und im Bundesstaat Blauer Nil; extrem hoch in Darfur)
Syrien
Politisches Risiko: extrem hoch / Sicherheitsrisiko: extrem hoch
Türkei
Politisches Risiko: mittel / Sicherheitsrisiko: niedrig (hoch in östlichen, ländlichen Grenzgebieten)
(dpa)