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Ausland

Anti-Terrorkampf: Großrazzia in Melbourne

Selbstmordanschlag in Australien verhindert

Die Attentäter mit islamistischem Hintergrund wollten angeblich einen Stützpunkt angreifen. Wie gefährlich sind die Extremisten down under?

Razzia an einem Haus in Melbourne: Die Polizei nahm mehrere Verdächtige fest, die einen Anschlag geplant haben sollen.
Foto: dpa/DPA

Melbourne. Die australische Polizei hat nach eigenen Angaben einen Terroranschlag auf Militäreinrichtungen des Landes verhindert. Vier Verdächtige im Alter von 22 bis 26 Jahren wurden bei einer Großrazzia in Melbourne festgenommen. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich um Australier somalischer und libanesischer Abstammung. Ihre Gruppe soll Verbindungen zu Islamisten in Somalia haben.

Polizeichef Tony Negus sagte, die Männer hätten mit automatischen Waffen einen Selbstmordanschlag auf einen Stützpunkt der Streitkräfte verüben und dabei so viele Soldaten wie möglich töten wollen. Einer der Festgenommenen wurde bereits angeklagt, an einer terroristischen Verschwörung beteiligt zu sein. Weitere Anklagen seien wahrscheinlich, sagte Ministerpräsident Kevin Rudd. Die Festnahmen machten noch einmal deutlich, dass Australien weiter vom Terrorismus bedroht sei, erklärte der Regierungschef. Die Terrorwarnstufe werde aber nicht angehoben.

Die Terrorgruppe war nach Polizeiangaben sieben Monate lang observiert worden. Bei der Razzia durchsuchten 400 Polizisten 19 Objekte in Melbourne. „Diese Operation hat einen mutmaßlichen Terroranschlag vereitelt, der viele Menschenleben hätte kosten können“, sagte Negus.

Wegen der Militäreinsätze im Irak und Afghanistan gibt es in Australien schon länger Befürchtungen wegen eines Anschlags. In der vergangenen Woche hatte ein zum Islam konvertierter Australier gestanden, mit Gesinnungsgenossen 2005 einen Anschlag auf eine Sportveranstaltung in Melbourne geplant zu haben. Der Verteidiger eines Mitglieds der achtköpfigen Extremistenzelle hatte allerdings deren mutmaßliche Gefährlichkeit vor Gericht mit den Worten relativiert, die Angeklagten seien nicht einmal in der Lage, ein „Saufgelage in einem Brauhaus“ zu organisieren. (AP/AFP)

 

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