Sa, 29.12.12, 15.40

Gesperrte Videoplattform Für drei Stunden freigeschaltet: YouTube-Posse in Pakistan

Internationaler Auftritt des Online Videoportals YouTube in Paris

Foto: IP3_PRESS/MAXPPP

Internationaler Auftritt des Online Videoportals YouTube in Paris

Gesperrt, freigeschaltet, wieder gesperrt: Drei Stunden lang konnten Menschen in Pakistan auf YouTube zugreifen, dann folgte die Sperrung.

Islamabad. Ganze drei Stunden währte die Freischaltung der Videoplattform YouTube in Pakistan, dann sperrte die Regierung das populäre Portal wieder. Die Gründe für den abrupten Meinungsumschwung nannte ein Sprecher von Premierminister Raja Pervez Ashraf am Sonnabend nicht. Ursprünglich war der Zugang im September nach Protesten gegen des Mohammed-Schmähvideo gesperrt worden. Ein Mitarbeiter aus dem Umfeld des Premiers sagte: Man habe nach der Freischaltung von YouTube festgestellt, dass das Schmähvideo noch auf der Plattform verfügbar sei.

Zunächst hatte Pakistan der Bevölkerung wieder den Zugriff auf die Videoplattform YouTube erlaubt. Die Freischaltung sei erst einmal "vorübergehend" und werde nach einem Monat überprüft, sagte ein Sprecher der pakistanischen Telekommunikationsbehörde am Sonnabend. "Wenn die Ergebnisse im öffentlichen Interesse sind, wird die Website weiterhin zugänglich sein. Sonst wird sie wieder blockiert." Außerdem suche ein Expertenteam das Internet nach blasphemischen Inhalten ab und sperre diese im Einzelfall, sagte der Sprecher weiter. Internetnutzer seien auch dazu aufgerufen, zweifelhafte Seiten zu melden. Innenminister Rehman Malik hatte die Freigabe der populären Videoplattform bereits am Freitag im Kurzmitteilungsdienst Twitter angekündigt: "Es gab zahlreichen Forderungen aus allen Teilen der Gesellschaft, YouTube zu entsperren. (...) Ich hoffe, ihr seid jetzt alle glücklich."

Nach drei Stunden wurde YouTube jedoch wieder gesperrt.