07.12.12

Syrien-Konflikt

Rebellen bereiten sich auf die "Stunde Null" vor

Am Freitag konzentrierten sich die Kämpfe zwischen den Rebellen und Assads Regierungstruppen vor allem auf das Umland von Damaskus.

Foto: dpa
Kämpfer der syrischen Rebellen
Ein Soldat der Freien Syrischen Arme (FSA) hält seine Waffe in die Höhe

Damaskus/Istanbul. Die syrischen Rebellen bereiten sich auf die Zeit nach dem Sturz von Präsident Baschar al-Assad vor. Gleichzeitig versuchen Kämpfer weiter, die Hauptstadt Damaskus einzunehmen.

Offiziere der Freien Syrischen Armee (FSA) berieten über eine neue Führungsstruktur. Aus Kreisen der Assad-Gegner hieß es am Freitag, die Deserteure wollten bei ihrem Treffen im türkischen Antalya einen Generalstabschef wählen, der auch nach dem erwarteten Sturz des Regimes die Armee führen solle.

Unabhängige Beobachter vermuten, dass die FSA durch den Aufbau einer geeinten Führungsstruktur verhindern will, dass ihr über einen Plan für die Zeit nach Assad eine Kommandostruktur aufgezwungen wird, die auch Assads frühere Partner Russland und China zufriedenstellt.

Am Freitag konzentrierten sich die Kämpfe zwischen den Rebellen und den Regierungstruppen vor allem auf das Umland von Damaskus. Die Rebellen veröffentlichten ein Video, das sie auf einem erbeuteten Panzer in der Ortschaft Harasta zeigt. Am Donnerstag waren in Syrien nach Angaben von Aktivisten mehr als 80 Menschen getötet worden.

Eskalation der Gewalt bereitet weltweit Sorge

US-Präsident Barack Obama sicherte Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu Unterstützung zu. Nach Angaben des Weißen Hauses bekräftigte Obama in einem Telefonat, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung habe. Netanjahu solle aber alles dafür tun, um Todesopfer in der Zivilbevölkerung zu vermeiden. US-Außenamtssprecher Mark Toner sagte, es gebe keine Rechtfertigung für die Gewalt, die die radikal-islamische Hamas und andere Terrororganisationen gegen das israelische Volk ausübten.

Die Vereinten Nationen warnten vor "möglicherweise katastrophalen Folgen". Die Situation dürfe nicht unterschätzt werden, sagte der UN-Untergeneralsekretär für Politische Fragen, Jeffrey Feltman, in einer Sondersitzung des Sicherheitsrats. UN-Diplomaten berichten, dass große Einigkeit im Rat geherrscht habe und die Lage als höchst bedrohlich eingeschätzt wurde. Palästinenser und Israelis wurden zur Zurückhaltung aufgefordert.

China zeigte sich "ernsthaft besorgt" über die israelischen Angriffe im Gazastreifen. Das Außenministerium in Peking rief Israel zu "äußerster Zurückhaltung" auf. China verurteile alle Aktionen, bei denen es zu zivilen Opfern komme, sagte der Sprecher Hong Lei. China fordere alle Parteien und "insbesondere Israel" auf, sich zurückzuhalten und eine Eskalation zu vermeiden.

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich besorgt über die Zuspitzung des Nahost-Konflikts. "Es darf nicht zu einer neuen Spirale der Gewalt kommen." Er rief alle Seiten zu "größtmöglicher Zurückhaltung" auf. "Wir verfolgen mit sehr großer Sorge diese grenzüberschreitenden Auseinandersetzungen."

Ägypten zog als Reaktion auf Israels Angriffe seinen Botschafter aus Tel Aviv zurück. Kairo kündigte an, eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zu beantragen. Vielen Ägyptern gehen die Maßnahmen aber nicht weit genug. Linke und nationalistische Politiker fordern eine Revision des Friedensvertrags mit Israel. Die Partei der ägyptischen Muslimbruderschaft, die auch die politische Heimat von Präsident Mohammed Mursi ist, warnte Israel und erklärte, solche Angriffe auf Palästinenser dürften nicht mehr ungestraft bleiben. Mursi sagte laut staatlichem Fernsehen: "Israel muss begreifen, dass wir keine Aggression akzeptieren, die sich negativ auf die Sicherheit und Stabilität in der Region auswirkt."

 

Die Außenminister der Arabischen Liga wollen am Samstag bei einer Sondersitzung über die Lage in Gaza beraten. Die GOLFSTAATEN forderten die internationale Staatengemeinschaft auf, ihrer Verantwortung für Frieden und Sicherheit auf der Welt gerecht zu werden. KATAR erklärte, die israelische Aggression dürfe nicht ungestraft bleiben. JORDANIEN kritisierte, dass durch das Verhalten Israels die Sicherheit der ganzen Region bedroht sei. SYRIEN sprach von einem "barbarischen" Verbrechen Israels. Die syrischen Rebellen befürchten, dass der neue Konflikt die Welt von der Syrienkrise ablenkt.

(dpa/abendblatt.de)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos
Video zeigt Schießerei zwischen Polizei und TäterBrightcove Videos

Ein Mann hat einen Soldaten an einem Kriegerdenkmal in Ottawa niedergeschossen und flüchtete dann in das Parlamentsgebäude. Dort lieferte er sich einen Schusswechsel mit der Polizei. mehr »

Top Bildergalerien mehr
Clubverbot

Razzia bei den Hells Angels

Polizei

Flüchtlinge besetzen Kreuzung in Bahrenfeld

Bundesliga

Werder steckt nach 0:1 gegen Köln weiter in Krise

Hamburg

Die große Laubschlacht der Stadtreinigung

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr