04.12.12

Persischer Golf

Iran fängt angeblich US-Drohne ab – US-Militär dementiert

Nach eigenen Angaben hat Teheran wieder ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug abgefangen – die US-Marine vermisst aber gar keine Drohne.

Foto: AFP
Iran behauptet, eine Drohne der US-Marine abgefangen zu haben
Iran behauptet, eine Drohne der US-Marine abgefangen zu haben

Teheran. Verwirrung am Persischen Golf: Der Iran hat nach eigenen Angaben eine amerikanische Drohne abgefangen – das US-Militär bestreitet das. Nach Darstellung der Revolutionsgarden war das unbemannte Fluggerät vom Typ "ScanEagle" bereits vor einigen Tagen in den iranischen Luftraum eingedrungen, wie die Nachrichtenagentur ISNA berichtete. Ein US-Verteidigungsoffizier dagegen sagte dem Nachrichtensender CNN, was auch immer die Iraner zu haben behaupteten, es sei keine aktive Drohne der US-Marine.

"Alle unbemannten Flugkörper der US-Marine, die im Mittleren Osten im Einsatz sind, sind vollzählig", sagte der Offizier. Er stellte außerdem klar, dass alle Operationen der Amerikaner im Golf "auf internationale Gewässer und internationalen Luftraum begrenzt" seien.

Iranische Kampfflugzeuge hatten nach Angaben des Pentagons bereits Anfang November auf eine US-Drohne über dem Persischen Golf gefeuert, allerdings ohne sie zu treffen. Teheran bestätigte damals nur, dass Schüsse abgegeben wurden, nicht aber, dass sie einem US-Flugkörper über internationalen Gewässern gegolten hätten.

Die jüngsten Fälle wecken Erinnerungen an die Drohnenkrise vor genau einem Jahr. Am 4. Dezember 2011 war ein US-Aufklärer vom Typ "Predator" fast unbeschädigt den Iranern in die Hände gefallen. Teheran sprach zunächst von Abschuss und erklärte später, das unbemannte Fluggerät mit elektronischen Befehlen abgefangen zu haben. Die USA behaupteten, die Drohne sei bei einem Afghanistan-Einsatz außer Kontrolle geraten und nahe der Grenze abgestürzt.

Die USA setzen nach iranischen Angaben seit Jahren verschiedene Drohnen-Typen zu Aufklärungsflügen über dem Iran ein. Die unbemannten Fluggeräte werden aus großer Entfernung gesteuert und können einen Tag oder länger in der Luft bleiben. Sie sind mit modernster Elektronik ausgestattet und haben ein breites militärisches Einsatzspektrum, das von der Überwachung von Konfliktgebieten über die taktische Aufklärung bis zur Erfassung und Zerstörung gegnerischer Ziele reicht.

(dpa)
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