02.12.12

Europa

Borut Pahor ist neuer Präsident Sloweniens

Als Regierungschef wurde Pahor abgewählt, als Chef seiner Sozialdemokraten gefeuert. Jetzt stimmten 67 Prozent der Wähler für ihn.

Foto: dpa
Slovenian presidential run-off
Sloweniens neuer Präsident Borut Pahor am Sonntag in Ljubljana

Ljubljana/Belgrad. Borut Pahor (49) ist neuer Präsident im Euroland Slowenien. Bei der Stichwahl gegen das amtierende Staatsoberhaupt Danilo Türk (60) erzielte der Sozialdemokrat am Sonntag 67 Prozent der Stimmen, teilte die staatliche Wahlkommission nach Auszählung fast aller Wahlzettel mit. Türk konnte nur 33 Prozent der Wähler für sich überzeugen. Die Wahlbeteiligung kam einem Boykott gleich: Nicht einmal 32 Prozent der 1,7 Millionen Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Der Präsident hat vor allem repräsentative Aufgaben.

Sein Sieg sei "der Anfang von etwas Neuem, eine neue Hoffnung, eine neue Zeit", sagte Pahor in einer ersten Reaktion. "Wir brauchen Vertrauen, gegenseitigen Respekt, Toleranz und die Bereitschaft zuzuhören", sagte er in Anspielung auf die Wählerabstinenz und die Massendemonstrationen gegen geplante soziale Einschnitte. Zehntausende waren in der Woche vor der Stichwahl auf die Straße gegangen. Die Proteste seien Ausdruck der Empörung und Enttäuschung, zitierte die Nachrichtenagentur STA den Parlamentspräsidenten Gregor Virant.

Der politisch linke Pahor, der am 23. Dezember in sein fünfjähriges Amt eingeführt wird, muss in Zukunft mit der Mitte-Rechts-Regierung des konservativen Janez Jansa zusammenarbeiten. Weil Slowenien nach Darstellung Jansas vor dem Bankrott steht, will seine Regierung Einschnitte ins soziale Netz durchsetzen. Pahor war als Vorgänger Jansas genau daran gescheitert.

Das Stehaufmännchen

Der 49-Jährige ist der Strahlemann der politischen Szene Sloweniens. Blaue Augen, tadellos sitzende Frisur, stets braun gebrannt, Modellfigur, Maßanzüge – das ist Borut Pahor, der nächste Staatspräsident des Adria- und Alpenlandes. 40 Prozent der slowenischen Frauen könnten sich ihn als Ehemann vorstellen, besagt eine Umfrage.

Pahor hat eine atemberaubende politische Karriere hingelegt. Schon als Jugendlicher in die KP eingetreten, stieg er 1989 als 26-Jähriger ins Zentralkomitee auf. Mit 33 stand er selbst an der Spitze der Partei, die er zu einer sozialdemokratischen Kraft modernisierte. Er war Abgeordneter und Präsident des slowenischen Parlaments, saß im Europaparlament. 2008 wurde er Regierungschef seiner Heimat.

Dann kam 2011: Pahor stürzte über ein Misstrauensvotum, nachdem er Einschnitte ins Sozialsystem nicht hatte durchsetzen können. Bei den Neuwahlen stürzten seine Sozialdemokraten auf den dritten Platz ab; Pahor musste nach 15 Jahren den Parteivorsitz räumen. Dass er sich nach dem tiefen politischen Fall wieder aufrappelte und damit Steherqualitäten unter Beweis stellte, hatte ihm kaum jemand zugetraut – bis zu seinem glänzenden Erfolg bei der Präsidentenwahl.

(dpa)
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