Wie die letzte von drei Fernsehdebatten zwischen US-Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney auf Parteifreunde und Angehörige gewirkt hat:
Nach Wirbelsturm "Sandy"
Obama macht den Krisenhelfer - Romney kämpft in Florida
Der US-Präsident sagt alle Wahlkampfauftritte ab, um Sturmschäden in New Jersey zu inspizieren. Romney kämpft in Florida um Stimmen.
Washington. Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in den USA werden die Karten noch einmal neu gemischt. Der Sturm "Sandy" hat die sorgsam geplanten Wahlkampfkalender der Kandidaten durcheinandergewirbelt: US-Präsident Barack Obama sagte den dritten Tag in Folge auch für Mittwoch alle Wahlkampfauftritte ab, während sich sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney nach zwei Tagen der Zurückhaltung wieder voll in die Kampagne stürzte.
Obama wollte am Mittwoch an der Seite des republikanischen Gouverneurs Chris Christie die Sturmschäden im US-Staat New Jersey inspizieren. Bereits am Tag zuvor hatte Christie das Engagement des US-Präsidenten beim Krisenmanagement gelobt und seinem Parteifreund Romney so einen Rückschlag versetzt. "Ich kann ihm nicht genug dafür danken", sagte er über die zügige Reaktion Obamas.
Der Kandidat der Republikaner plante am Mittwoch einen Wahlkampfauftritt in Florida, dem größten der umkämpften Swing States. Am Dienstag hatte Romney einen Termin im US-Staat Ohio kurzerhand zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung für die Opfer von "Sandy" umdeklariert.
Offenbar wollte er angesichts der schweren Sturmschäden an der Ostküste nicht als hartherziger Politprofi erscheinen. Gemeinsam mit Anhängern verlud er Hilfslieferungen in Lastwagen. "Das ist der amerikanische Weg – Menschen in Not zu helfen", sagte er.
In Bedrängnis geriet er, als Journalisten den staatskritischen Romney wiederholt nach seiner Meinung zu Hilfsmaßnahmen seitens des Bundesstaates fragten. Er sagte, zunächst sollten die Behörden auf der Ebene der US-Staaten und Gemeinden für den Katastrophenschutz verantwortlich sein.
Ob er den bundesstaatlichen Zivilschutz im Falle eines Wahlsiegs abschaffen werde, wollte er jedoch nicht beantworten. Seine Sprecherin Amanda Henneberg erklärte lediglich: "Eine Regierung Romney-Ryan wird sicher stellen, dass es immer Unterstützung für Betroffene gibt. Punkt."
Unterdessen schaltete die Wahlkampfzentrale von Romney Wahlwerbespots in Minnesota und Pennsylvania, eine Unterstützergruppe in Michigan. Obwohl die US-Staaten sicher Obama zugerechnet werden, reagierten die Strategen des Amtsinhabers: Sie schickten den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton nach Minnesota und kauften Sendezeit in allen drei Staaten.
Die Vizepräsidentschaftskandidaten beider Parteien sollten sich am Mittwoch ein Fernduell liefern. Obamas Stellvertreter Joe Biden plante einen Wahlkampfauftritt in Florida, der Republikaner Paul Ryan wollte in seinem Heimatstaat Wisconsin um Stimmen werben.















