Vermögen
Wens Familie dementiert angebliche Reichtümer
Die "New York Times" hatte zuvor über ein Milliardenvermögen der Familie des scheidenden Ministerpräsidenten Wen Jiabao berichtet.
Peking. Die Familie des scheidenden chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao hat einen Bericht der "New York Times" zurückgewiesen, wonach sie ein Vermögen von 2,7 Milliarden Dollar angehäuft haben soll. Die in Hongkong erscheinende Zeitung "South China Morning Post" veröffentlichte am Sonntag einen Brief von Anwälten der Familie. Darin heißt es, die Angehörigen Wens seien weder in illegale Geschäfte verwickelt, noch hielten sie Unternehmensaktien.
Die "New York Times" teilte ihrerseits mit, sie halte an ihrem in der vergangenen Woche veröffentlichten Artikel fest, wonach die Familie des Ministerpräsidenten den Großteil ihres Vermögens seit Wens politischem Aufstieg im Jahr 2002 zusammengetragen habe. In dem Zeitungsbericht war die Rede von "versteckten Reichtümern". "New-York-Times"-Sprecherin Eileen Murphy sagte, die Zeitung stehe hinter der Geschichte, "auf die wir sehr stolz sind und die ein Beispiel qualitativ hochwertiger, investigativer Berichterstattung ist".
Bereits kurz nach Erscheinen des Artikels wies die chinesische Führung den Bericht zurück. Er "schwärzt China an und hat versteckte Motive", sagte der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Hong Lei. Die chinesischsprachige Seite der "New York Times" wurde umgehend von den chinesischen Behörden blockiert. Bei einer Umgehung der chinesischen Firewall – etwa durch die Verwendung einer ausländischen IP-Adresse – konnten chinesische Leser aber weiterhin darauf zugreifen.
Der Bericht kratzt am Image des scheidenden Ministerpräsidenten Wen als Anwalt der einfachen Leute. Vorherige Berichte ausländischer Medien über angehäufte Reichtümer der Politelite des Landes werfen einen Schatten auf den bevorstehenden Machtwechsel an der Spitze des chinesischen Staates im kommenden Monat.














