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Ausland

Terroranschläge in Indonesien

Neun Tote bei Anschlägen auf Luxushotels in Jakarta

Bei zwei Bombenanschlägen auf Hotels in Jakarta sind neun Menschen getötet worden. Dutzende wurden verletzt, als die Sprengsätze detonierten.


Foto: REUTERS

Jakarta. Bei zwei Bombenanschlägen auf Hotels in Jakarta sind am Freitag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Darunter waren nach Polizeiangaben auch Ausländer. Dutzende wurden teilweise schwer verletzt. In die umliegenden Krankenhäusern seien 29 Opfer gebracht worden, berichteten Medien. Es sei mit höheren Opferzahlen zu rechnen, sagte Polizeisprecher Chrysnanda, weil viele Menschen lebensgefährlich verletzt wurden. Die Identifizierung sei im Gange. Über Deutsche unter den Opfern lagen zunächst keine Angaben vor.

Getroffen wurden die Luxushotels Ritz Carlton und JW Marriott. Die Sprengsätze explodierten nach ersten Ermittlungen offenbar in den Hotels und nicht davor. Terrorismus-Experten verdächtigten die Terrororganisation Jamaah Islamiyah, die auch für den Marriott- Anschlag 2003 und die Bali-Bomben 2002 und 2005 verantwortlich waren.

Die Fassade des Ritz Carlton war weitgehend zerstört. Auf dem Rasen vor dem Gebäude lagen metergroße Teile der Fassadenverkleidung. Aus den Wänden ragten abgerissene Rohre Teppichfetzen hingen aus den Löchern.

 

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Die Bomben explodierten am Morgen während der Frühstückszeit. Die beiden Hotels imGeschäftsbezirk gelten als besonders gut geschützt und werden deshalb häufig von Ausländern auch für Geschäftstreffen genutzt. „In der Lobby sah es aus wie im Krieg“, sagte Augenzeuge Ikrar Nusa Bakti, der mit seiner Tochter im Marriott war, dem Sender „Channel News Asia“. „Überall Rauch, und die Menschen rannten in Panik aus dem Gebäude.“



„Die einzige Gruppe, die die Fähigkeit zu solchen Anschlägen hat, ist Jemaah Islamiyah“, sagte der Terrorismusexperte Rohan Gunaratna. „Sie verüben oft zwei Anschläge gleichzeitig und nehmen Ziele mit Ausländern ins Visier.“ Die Anschläge könnten ein Racheakt für die Hinrichtung der Bali-Bomber im vergangenen November sein, meinte er. Die Anschläge 2002 und 2005 mit mehr als 220 Toten gingen auch auf das Konto der Terrorgruppe.


Nur wenige Stunden nach den Bombenexplosionen haben Sicherheitskräfte einen weiteren Sprengsatz entdeckt. Eine nicht explodierte Bombe sei in einem Raum des Marriott-Hotels gefunden worden, sagte Präsidentenberater Dschali Jusuf am Freitag in Jakarta. Experten hätten den Blindgänger kontrolliert zerstört. Eine weitere Explosion wurde laut Polizei nicht durch eine Bombe, sondern durch eine kaputte Autobatterie ausgelöst. Dabei sei ein Insasse des zerstörten Kleinlasters ums Leben gekommen. Der Fernsehsender TV One hatte zuvor unter Berufung auf die Polizei berichtet, dass in dem Viertel Muara Angke im Norden der Hauptstadt eine Autobombe hochgegangen sei.


dpa

 

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