Russische Protestbewegung

Kremlgegner um Kasparow gründen "Solidarnost"

Die russische Opposition um Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow ist mit der Gründung einer Protestbewegung mit dem Namen Solidarnost sowie...

Moskau. Die russische Opposition um Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow ist mit der Gründung einer Protestbewegung mit dem Namen Solidarnost sowie unerlaubten Demonstrationen auf Konfrontation zum Kreml gegangen. In Moskau und St. Petersburg wurden gestern etwa 150 Regierungsgegner wegen ihrer Teilnahme an den Kundgebungen vorübergehend festgenommen. Die Kremlkritiker hatten trotz eines Verbots der Behörden gegen die Politik der Regierung in der jetzigen Finanzkrise sowie gegen die aktuelle Verfassungsänderung protestiert. Die Sonderpolizei Omon ging brutal gegen sie vor.

Auf Initiative Kasparows hatte sich am Sonnabend im Moskauer Vorort Chimki die neue Oppositionsbewegung Solidarnost gegründet. Damit solle der demokratische Wettbewerb in Russland belebt werden, sagte Kasparow. Solidarnost sei die Alternative zu der zunehmend autoritären Politik der russischen Führung. Bisher waren alle Einigungsversuche der zersplitterten Opposition stets an den gegensätzlichen Interessen der Mitglieder gescheitert.

Solidarnost hat keinen Parteienstatus und erinnert mit ihrem Namen an die Gewerkschaftsbewegung in Polen, die dort den Kommunismus zu Fall brachte. Neben Kasparow und dem früheren Vizeregierungschef Boris Nemzow wurde auch der Menschenrechtler Lew Ponomarjow in das Führungsgremium von Solidarnost gewählt.

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.