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Ausland

Selbst China ist besorgt

Heimliche Machtübergabe in Nordkorea?

Nach neuen Berichten soll Diktator Kim seinem Sohn die Leitung der Geheimpolizei übertragen haben. Die Verbündeten in Peking sorgen sich.

Wie krank ist Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il nach seinem Schlaganfall?
Foto: DPA

Peking/Pjöngjang/Seoul. Wenn schon der engste Verbündete nervös wird, muss die Lage in Nordkorea ernster sein als ohnehin schon. Ist die Machtübergabe bei der Geheimpolizei von Diktator Kim an seinen Sohn der Grund? China hat sich ungewöhnlich besorgt über das Atomwaffen-Programm des widerspenstigen Nachbarn geäußert. Die Volksrepublik teile die „ernsthaften Bedenken“ in der Region, erklärte ein ranghoher Vertreter des chinesischen Militärs. Nach Gesprächen mit Gesandten des US-Verteidigungsministeriums forderte er alle in den Konflikt verwickelten Parteien zum Weiterverhandeln auf. Neue Maßnahmen gegen Nordkorea kündigte er jedoch nicht an.

Ende Mai hatte Nordkorea einen zweiten Atomtest durchgeführt. Außerdem heizte das international isolierte und von Lebensmittelengpässen geplagte Land den Konflikt an und drohte, weitere Nuklearwaffen zu bauen. Daraufhin hatte der Uno-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea verschärft. China war dem Land unter den Vetomächten bislang am freundlichsten gesinnt.

Derweil hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il nach einem südkoreanischen Medienbericht anscheinend die Kontrolle über die Geheimpolizei des Landes an seinen jüngsten Sohn Jong Un übergeben. Die Maßnahme sei ein Schritt im Prozess der geplanten Machtübertragung, schrieb die Zeitung „Dong-A Ilbo“ unter Berufung auf eine „gut informierte“ Quelle. Der 67 Jahre alte Kim Jong Il war seit 1987 offiziell Leiter der Geheimpolizei.

Bei einem gemeinsamen Besuch mit seinem Sohn habe Kim den Beamten im Hauptquartier der staatlichen Sicherheitsbehörde in Pjöngjang gesagt, dass sie Kim Jong Un als ihren Chef betrachten und „ihn mit ihrem Leben“ beschützen sollten, hieß es. Kim soll den Beamten fünf importierte Luxuslimousinen im Wert von jeweils 80 000 Dollar (etwa 56 8000 Euro) als Geschenk überreicht haben. Es gebe zudem Anzeichen dafür, dass die Geheimpolizei größere Macht habe als bisher.

Südkoreanische Medien hatten Anfang Juni berichtet, Kim habe kurz nach dem Atomtest die wichtigsten Institutionen davon informiert, dass er Kim Jong Un zu seinem künftigen Nachfolger bestimmt habe. Kims jüngster Sohn ist erst Mitte 20. Sein Vater soll an den Folgen eines Schlaganfalls leiden. Bereits im April wurde in Südkorea berichtet, Kim Jong Un habe eine niedrige Position in der Nationalen Verteidigungskommission, dem mächtigsten Gremium des Landes, erhalten. Die Berichte wurden bisher nicht bestätigt. HA

 

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