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Ausland

Die Suche geht mit Hubschraubern weiter

Demonstrationen für die Jemen-Geiseln

Präsident Ali Abdullah Saleh setzte für Hinweise eine Belohnung von 250 000 Dollar aus. Die entführte Familie stammt aus Sachsen.

Das Tor zur Altstadt in der Hauptstadt Sanaa.
Foto: AP

Sanaa/Dresden. Die Regierung im Jemen hat die Suche nach sechs verschleppten Geiseln aus Deutschland und Großbritannien ausgeweitet und in der Provinz Saada mehrere Hubschrauber eingesetzt. In der Stadt Saada demonstrierten Hunderte Menschen und forderten die Festnahme der Kidnapper. Präsident Ali Abdullah Saleh setzte für Hinweise eine Belohnung von 250 000 Dollar aus. Medienberichten zufolge stammt die vermisste deutsche Familie aus Sachsen.

Es handelt sich um ein Ehepaar mit drei kleinen Kindern zwischen knapp einem und vier Jahren, wie die „Bild“-Zeitung und der MDR berichteten. Die Familie stamme aus dem Ort Meschwitz bei Bautzen. Der Mann soll im Jemen als Haustechniker in einem Krankenhaus gearbeitet haben, seine Frau als Krankenschwester. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Bevor das Paar in den Jemen ging, lebte es nach Informationen der „Bild“-Zeitung auch im Taunus. Wie es hieß, waren Johannes und Sabine H. (beide 36) seit sechs Jahren in dem arabischen Land. Das Paar habe jedoch geplant, zur Einschulung der ältesten Tochter in zwei Jahren nach Deutschland zurückzukehren. Der Mann soll bereits seinen Zivildienst im Gaza-Streifen gemacht haben und Arabisch sprechen.

Zur Geburt ihrer Kinder Lydia (4), Anna (3) und Simon (knapp 1) seien sie jeweils für einige Wochen nach Deutschland gekommen, zuletzt vor elf Monaten zur Geburt des jüngsten Sohnes. Der Mann war nach den Berichten vor wenigen Wochen zur Goldenen Hochzeit der Eltern das letzte Mal in seiner Heimat. Seine Eltern leben nach Informationen des MDR ebenfalls in der Nähe von Bautzen. Der Sender berief sich auf Angaben von Nachbarn.

Die Familie war am Sonntag im Norden des Jemen verschleppt worden. Von ihr und einem Briten fehlt bislang jede Spur. Drei weitere entführte Ausländer wurden tot aufgefunden, darunter zwei Frauen aus Niedersachsen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte erklärt, über den Verbleib der Vermissten habe die Regierung keine gesicherten Erkenntnisse. „Wir müssen aber nach den Ereignissen der letzten Tage davon ausgehen, dass sie in der Hand skrupelloser Gewalttäter sind“, sagte er. AP/HA

 

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