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Ausland

Verwicklungen im Iran

Journalistin Saberi: Hat sie doch spioniert?

Die erst verurteilte und dann teilweise begnadigte Reporterin Roxana Saberi besaß vermutlich einen geheimen Bericht aus dem iranischen Präsidentenbüro. Was hat sie damit gemacht? Wurde ihr eine Falle gestellt?

Roxana Saberi nach ihrer Freilassung aus einem Teheraner Gefängnis. Sie war zwischenzeitlich in einen Hungerstreik getreten.
Foto: AP

Teheran. Gibt es eine überraschende Wende im Fall der verurteilten Journalistin Roxana Saberi? Die Spionagevorwürfe gegen die US-iranische Reporterin haben offenbar im Zusammenhang mit einem geheimen Bericht der iranischen Regierung über den Krieg im Irak gestanden. Saberi sei Spionage vorgeworfen worden, nachdem sie den Bericht einer strategischen Forschungsabteilung des iranischen Präsidentenbüros erhalten habe, sagte einer der Anwälte der Journalistin, Salahe Nikbacht. Den als geheim eingestuften Bericht habe seine Klientin jedoch für ihre Arbeit nicht benutzt. Hat sie ihn womöglich an amerikanische Stellen weitergeleitet?

Ein weiterer Anwalt Saberis, Abdolsamad Choramschahi, sagte, die Haftstrafe sei verringert worden, da sie das geheime Dokument über den Krieg im Irak nicht genutzt habe. Ansonsten hätten ihr zehn Jahre Haft gedroht. Die 32-jährige Saberi war zunächst wegen Spionage verurteilt worden, dann aber nach mehr als drei Monaten Haft aus einem Gefängnis in Teheran entlassen worden. Zuvor war in einem Berufungsverfahren ihre achtjährige Haftstrafe in eine zweijährige Bewährungsstrafe umgewandelt worden.

Die als Tochter eines iranischen Vaters und einer japanischen Mutter in den USA geborene und dort aufgewachsene Journalistin lebte seit 2003 im Iran. Sie war für die US-Rundfunkanstalten NPR und Fox News sowie für die britische BBC tätig, bevor ihr die iranischen Behörden 2006 die Akkreditierung als Journalistin entzogen. HA/AFP

 

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