09.09.12

Streit um Atomprogramm

Atom-Gespräche: Westerwelle nimmt Iran in die Pflicht

Im Atomkonflikt mit dem Iran setzt Deutschland weiter auf eine politische Lösung – auch wenn die Töne aus Israel immer kriegerischer werden.

Foto: dapd/DAPD
Guido Westerwelle hat Teheran mit deutlichen Worten zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert.
Guido Westerwelle hat Teheran mit deutlichen Worten zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert.

Jerusalem. Im Streit um das iranische Atomprogramm hat Außenminister Guido Westerwelle Teheran mit deutlichen Worten zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert. "Unser Ziel bleibt eine politische und diplomatische Lösung", sagte Westerwelle am Sonntag bei einem Besuch in Jerusalem. Zugleich versicherte er Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Deutschlands Solidarität. "Wir stehen zusammen mit Israel." Israel droht dem Iran schon längere Zeit indirekt mit einem Militärschlag, weil es sich durch das Atomprogramm in seiner Existenz bedroht fühlt.

+++ EU verschärft Sanktionen gegen Syrien +++
+++ Türkischer Ministerpräsident wirft Assad Staatsterrorismus vor +++

Der israelische Regierungschef bedankte sich ausdrücklich für eine "klare Haltung" von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Er sei "absolut entschlossen", Israel zu schützen. Verteidigungsminister Ehud Barak sagte: "Deutschland ist ein wichtiger Pfeiler bei den internationalen Bemühungen, eine nukleare Ausrüstung des Iran zu verhindern." Die Gespräche zwischen Iran und der internationalen Gemeinschaft kommen jedoch überhaupt nicht voran.

Westerwelle verlangte von der Führung in Teheran, endlich "substanzielle Angebote" vorzulegen. Verhandlungen dürften kein Vorwand dafür sein, "einfach nur auf Zeit zu spielen". Der Westen verdächtigt das Land, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms an der Atombombe zu arbeiten. Die Europäische Union will deshalb im Oktober weitere Sanktionen verhängen. Israel besitzt nach Einschätzung internationaler Experten seit Jahrzehnten Atomwaffen. Es ist Regierungspolitik in Israel, dies weder zu dementieren noch zu bestätigen.

Weiteres Thema des Besuchs war die mögliche Lieferung von zwei deutschen U-Booten an Ägypten. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung ist Netanjahu entschlossen, den Verkauf der beiden Boote des Typs 209 zu verhindern. Das Blatt zitiert einen israelischen Diplomaten mit den Worten, Ägyptens neuer Präsident Mohamed Mursi solle erst einmal "Verlässlichkeit beweisen".

Westerwelle ging nicht näher darauf ein. Der FDP-Politiker versprach jedoch: "Bei allen Entscheidungen der Bundesregierung werden ganz sicher auch die Sicherheitsinteressen Israels umfassend mitberücksichtigt." Nach einem Bericht der Zeitung "Haaretz" verlangt Israel zur Sicherung seiner militärischen Überlegenheit ein Mitspracherecht bei deutschen Waffenlieferungen in die gesamte Nahost-Region.

Bei einem Kurzbesuch in den Palästinensergebieten stärkte Westerwelle dem von sozialen Protesten bedrängten Ministerpräsidenten Salam Fajad den Rücken. Zugleich bekräftigte er die deutsche Haltung, dass es einen Palästinenserstaat nur durch Verhandlungen mit Israel geben könne. Die Friedensverhandlungen liegen jedoch seit September 2010 auf Eis. Die Palästinenser versuchen nun gegen den Willen Israels in den Vereinten Nationen als Staat anerkannt zu werden.

(dpa)

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Die IWF-Chefin Christine Lagarde stand wegen umstrittener Entschädigungszahlungen unter Druck
24.05.13Tapie-Affäre
IWF-Chefin Lagarde entgeht Ermittlungsverfahren

Gegen IWF-Chefin Christine Lagarde wird vorerst kein Anklageverfahren eingeleitet. Die ehemalige französische Finanzministerin stand unter Verdacht, öffentliche Gelder veruntreut zu haben. mehr...


Die Angeklagten Daviti K. (l.) und Besik N. (r.) mit einem Dolmetscher im Hamburger Landgericht
24.05.13Hamburg
Angeklagter gesteht brutalen Raubüberfall auf Juwelier

Vor dem Hamburger Landgericht behauptete der 40-Jährige, er und sein mutmaßlicher Komplize seien drogenabhängig gewesen und hätten Geld benötigt. Die Tat sei jedoch nicht geplant gewesen. mehr...


Florian Pronold soll für Infrastruktur und Verkehr zuständig sein
24.05.13Wahlkampf
Pronold soll Steinbrücks Kompetenzteam verstärken

Bayerns SPD-Chef Florian Pronold soll offenbar in das Wahlkampfteam von Kanzlerkandidat Steinbrück berufen werden. Für den Beginn der Woche wird außerdem mit zwei weiteren Personalien gerechnet. mehr...

Typhoon escorts plane into Stansted
24.05.13Britischer Luftraum
Kampfjet leitet Flugzeug um – Zwei Festnahmen

Dramatischer Zwischenfall in Großbritannien: Ein Kampfjet hat ein pakistanisches Flugzeug mit 297 Menschen an Bord umgeleitet. Zwei Männer wurden wegen Gefährdung des Luftverkehrs festgenommen. mehr...

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. KommentareChampions LeagueHer mit der German Fußlümmelei!
  2. 2. DebatteProduktkennzeichnungDer grüne Antizionismus hat eine lange Tradition
  3. 3. AuslandTerror in London"Unser Herz ist auseinandergerissen worden"
  4. 4. AuslandJugend-KrawalleStockholm erlebt sechste Nacht der Gewalt in Folge
  5. 5. WirtschaftJeroen DijsselbloemEuro-Gruppen-Chef ärgert wieder einmal Berlin
Top-Videos
Aktuell
Kritik an Freilassung von Bulldogge

Kritik an Freilassung von Bulldoggemehr »

Top Bildergalerien mehr
US-Staat Washington

Vierspurige Straßenbrücke eingebrochen

Hamburger Finalistin

Hamburgerin Lovelyn im GNTM-Finale

Hamburg

Hoheluft: Eisdiele komplett ausgebrannt

Kripo ermittelt

Zeitungsausträger findet Leiche in Quickborn

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr