Berliner Wirtschaftssenatorin
Senatorin unter Druck: Sybille von Obernitz tritt zurück
Obernitz war wegen möglicher Fehler bei einem Ausschreibungsverfahren für den Chefposten der Messe-Gesellschaft unter Druck geraten.
Berlin. Berlins Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos, für die CDU) ist zurückgetreten. Sie habe den Regierenden Bürgermeister, Klaus Wowereit (SPD), um Entlassung gebeten, erklärte die 50-Jährige am Sonnabend. Laut hochrangigen CDU-Kreisen hatte sich der CDU-Landesvorsitzende und Innensenator Frank Henkel entschieden, sich von der Senatorin zu trennen. Ihm sei der "Geduldsfaden gerissen", hieß es.
+++ Ausschreibungsverfahren für Messe-Chefposten wird geprüft +++
Nach Justizsenator Michael Braun (CDU) ist Obernitz nicht nur die zweite Senatorin, die den seit Dezember 2011 amtierenden rot-schwarzen Senat verlässt. Sie ist auch die zweite, die von der CDU nominiert worden war.
Obernitz stand bereits länger in der Kritik wegen ihres Führungsstils, der als wenig kommunikativ und eher kommandoartig galt. Zuletzt geriet sie zusätzlich unter Beschuss, weil sie über die Köpfe des Messe-Aufsichtsrates hinweg nach einem Chef für die Messe Berlin gesucht hatte. Noch am Freitag hatte sie dabei Fehler eingestanden.
Nach Informationen der "B.Z. am Sonntag" soll es am Freitag und Sonnabend Gespräche innerhalb der CDU-Führung gegeben haben. Dabei soll der Politikerin der Rücktritt nahegelegt worden sein. CDU-Chef Henkel habe dabei sehr deutlich seinen Unmut über sie geäußert, hieß es.
Mit Material von dpa und dapd














