Französische Alpen
Mysteriöser Vierfachmord in den Alpen: Die Polizei sucht nach Zeugen
Am Freitag sollten die Leichen untersucht und ein Aufruf nach Zeugen gestartet werden, meldete der französische Rundfunk. Bei der Bluttat waren drei Urlauber aus Großbritannien und ein französischer Radfahrer ermordet worden. Zwei Mädchen überlebten das Drama.
Paris. Zwei Tage nach dem rätselhaften Verbrechen mit vier Toten in den französischen Alpen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Am Freitag sollten die Leichen untersucht und ein Aufruf nach Zeugen gestartet werden, meldete der französische Rundfunk. Bei der Bluttat waren drei Urlauber aus Großbritannien und ein französischer Radfahrer ermordet worden. Zwei Mädchen überlebten das Drama.
Man prüfe auch einen möglichen Streit um Geld zwischen einem der Opfer und seinem Bruder, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von Annecy. Dabei sei jedoch Vorsicht geboten. Dies sei eine von mehreren Spuren. Die Staatsanwaltschaft sollte am Freitag oder am Sonnabend über erste Ergebnisse berichten.
Die vier Opfer erlitten Kopfschüsse. In der britischen Presse kursierten Spekulationen über "Auftragsmorde", möglicherweise aus familiären Gründen. Das schwer verletzte sieben- oder achtjährige Mädchen wurde in ein künstliches Koma versetzt. Die Vierjährige wurde erst Stunden nach der Tat unverletzt unter der Kleidung ihrer toten Mutter im Inneren des Autos gefunden.
Die Motive für den Vierfachmord in den französischen Alpen sind aber weiter völlig unklar. Bei einem männlichen Opfer soll es sich laut der französischen Nachrichtenagentur Sipa um Saad H. handeln, der in einem Vorort von London lebte. Der Fernsehsender Sky News zitierte unterdessen Bewohner des britischen Dorfes Claygate, wonach es sich bei der Familie H.s um die Ehefrau Iqbal sowie die Töchter Zehab (7) und Zeinab (4) handelt. Die Behörden in Stockholm bestätigten, dass eines der Opfer schwedisch sei.
Die französischen Behörden hatten einen schwedischen Pass gefunden, der offenbar zu einer im Fahrzeug getöteten älteren Frau gehört. Zudem wurde ein irakischer Pass gefunden. Der ebenfalls getötete Radfahrer wurde als Sylvain M. identifiziert, der nach Einschätzung der Polizei aber nicht in Beziehung zu der britischen Familie stand. Seine Frau hatte die Polizei informiert, nachdem ihr Mann nicht von einer Radtour zurückgekehrt war. Ein britischer Radfahrer hatte die Leichen am Mittwoch entdeckt.
"Wir wissen nicht, warum diese Menschen getötet wurden", sagte Staatsanwalt Eric Maillaud. Es seien ungefähr 15 Patronenhülsen gefunden worden. "Sicher ist, dass jemand töten wollte."
(dpa/dapd)












