Berlin
Tag der offenen Tür bei der Kanzlerin
Zehntausende schauten beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung in Berlin in die Schaltzentralen der Macht. Besonders beliebt: das Kanzleramt.
Berlin. Bürger als Staatsgäste: Der 14. Tag der offenen Tür der Bundesregierung hat am Wochenende Zehntausende Besucher ins Berliner Regierungsviertel gelockt. Besonders gefragt war am Sonntag ein Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). In dem sonst nur Staatsgästen vorbehaltenen Ehrenhof des Kanzleramts gab die Hausherrin aufgeräumt zahlreiche Autogramme und schüttelte jede Menge Hände. Sie freue sich, dass die Gäste hier seien und nicht im Freibad. "Schauen Sie sich gut um!", riet sie.
Unter dem Motto "Einladung zum Staatsbesuch" konnten Interessierte neben dem Kanzleramt auch die 14 Bundesministerien und das Bundespresseamt besuchen. Ein Regierungssprecher verglich den Andrang mit dem vergangenen Jahr. Damals waren an beiden Tagen rund 160.000 Neugierige gekommen. "Wir sind mit der Besucherzahl sehr zufrieden", sagte er.
Bei heißem Sommerwetter war schon am Sonnabend rund um das Kanzleramt viel los. Auch vor den einzelnen Ministerien war der Rote Teppich für die Bürger ausgerollt. Nicht überall waren allerdings die Hausherren zugegen. Wirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) oder Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) etwa ließen sich durch ihre Staatssekretäre vertreten.
Im Bundesfamilienministerium zeigte Hausherrin Kristina Schröder (CDU) kleinen Gästen ihr Büro. "Herzlich Willkommen im Kinderministerium! Ich freue mich sehr, dass Ihr so interessiert seid, mein Büro zu sehen", sagte Schröder. Die Kids erfuhren, dass die bunten Bilder an der Wand von einem Maler aus Schröders Heimat Wiesbaden stammen. Und dass nebenan ein Wickeltisch steht, an dem die Ministerin ihrer einjährigen Tochter frische Windeln anlegen kann.
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) versuchte im Innenhof seines Amtssitzes, den Bürgern die Euro-Krise zu erklären. Dabei warnte er vor Überheblichkeit gegenüber den Krisenländern. "Auch wir bescheißen gelegentlich, auch wir verstoßen gegen Regeln", sagte er. Gängige Bilder über die südländischen "Schlamper" oder die "Steuerbetrüger" aus der Schweiz seien großer Unsinn. Anschließend sprach Schäuble mit der griechischen Sängerin Nana Mouskouri und versicherte, Griechenland sei "ein wichtiger Teil Europas".
Mit einem kostenlosen Busshuttle konnten die Besucher zwischen den Veranstaltungsorten pendeln. Aus Sicherheitsgründen gab es teils strenge Kontrollen, insbesondere im Kanzleramt. Gäste mussten ihre Taschen und den Personalausweis oder Reisepass vorzeigen. Der Tag der offenen Tür wurde mit dem Umzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin eingeführt.















