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Politik

Iran

Atomstreit: Die Angst vor der iranischen Bombe wächst

r Iran könnte nach Einschätzung der US-Regierung binnen zwölf Monaten Atomwaffen entwickeln. Übereinstimmend sei man der Ansicht, dass es etwa ein Jahr dauern würde, bis der Iran in der Lage sei, eine Atombombe herzustellen, wenn er sich dazu entscheide, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta in einem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview des Senders CBS.

Washington. Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat zu einem tieferen Nachdenken über den Iran aufgerufen. Ein Krieg könne und dürfe „nicht die einzige Alternative zu Sanktionen“ sein, sagte Ischinger am Montag in Berlin. Daher werde die Konferenz am kommenden Wochenende das Thema diskutieren und überlegen, welche Antworten gegeben werden müssen, sollte der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangen.

Hintergrund: Der Iran könnte nach Einschätzung der US-Regierung binnen zwölf Monaten Atomwaffen entwickeln. Übereinstimmend sei man der Ansicht, dass es etwa ein Jahr dauern würde, bis der Iran in der Lage sei, eine Atombombe herzustellen, wenn er sich dazu entscheide, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta in einem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview des Senders CBS. Weitere ein bis zwei Jahre würde es dauern, ein Trägersystem zu herzustellen, um die Waffe einzusetzen. Panetta betonte erneut, die USA würden es nicht zulassen, dass die iranische Regierung in den Besitz von Atomwaffen gelange. „Wenn sie fortfahren und wir Informationen erhalten, dass sie mit der Entwicklung einer Kernwaffe fortfahren, werden wir alles tun, was nötig ist, um es zu verhindern“, sagte er.

Für die USA und offensichtlich auch für Israel gebe es hier eine rote Linie. Panetta schloss auch ein militärisches Vorgehen nicht aus. „Es gibt keine Optionen, die nicht auf dem Tisch sind“, Derweil wird bekannt, dass der Iran nach eigenen Angaben präzisionsgelenkte Artilleriemunition entwickelt. Wie das staatliche Fernsehen am Montag berichtete, können mit den lasergesteuerten Granaten auch bewegliche Ziele mit hoher Präzision getroffen werden. Der iranische Verteidigungsminister General Ahmad Wahidi sagte, es handele sich um sogenannte intelligente Munition. Der Iran meldet in regelmäßigen Abständen Fortschritte bei der Produktion von Torpedos, Raketen und Kampfflugzeugen. Seit 1992 arbeitet der Iran daran, seine Streitkräfte mit selbst hergestellten, modernen Waffensystemen auszurüsten, um sich von Waffenlieferungen unabhängig zu machen.

Ismail Hanija, ranghoher Führer der im Gazastreifen herrschenden Hamas, ist am Montag zu einer Reise in den Iran und mehrere arabische Staaten aufgebrochen. Der Iran gilt als wichtigster Unterstützer der radikal-islamischen Palästinenserorganisation. Die Führung in Teheran versorgt die Hamas nach israelischen Angaben mit Waffen und Geld. Hanija will nach Angaben eines Hamas-Sprecher zuerst nach Katar fliegen und dort am Dienstag mit dem Emir, Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani, zusammentreffen. Sie wollten über die politische Lage in der Region, die innerpalästinensische Versöhnung sowie den Wiederaufbau des Gazastreifens sprechen. Katar ist seit Monaten als Zufluchtsort für die Hamas-Führung im Gespräch, falls diese ihr Büro in der syrischen Hauptstadt Damaskus aufgeben müsste.

(dpa)

 

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