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Politik

Schnee und Glatteis auf den Strassen

Achtung Autofahrer: Winterreifen ab nächster Woche Pflicht

Wer mit Sommerreifen ertappt wird, muss künftig 40 statt bisher 20 Euro Bußgeld bezahlen. Was sich alles ändert, erfahren Sie hier.

Winterreifen werden in einer Autowerkstatt in Erfurt montiert.
Foto: ZB/DPA

Berlin. Ab kommender Woche müssen Autofahrer bei Eis, Schnee und Matsch Winterreifen aufziehen – sonst wird es teuer. Der Bundesrat beschloss am Freitag die Einführung einer Winterreifen- Pflicht. Wer künftig bei Winterwetter und glatten Straßen mit Sommerreifen erwischt wird, soll 40 Euro statt bisher 20 Euro bezahlen, heißt es in der Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO), die voraussichtlich bis Ende nächster Woche in Kraft tritt. Dabei wird der Fahrer belangt, nicht der Halter.

Behinderungen im Winterverkehr durch unpassende Reifen werden mit 80 Euro geahndet. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wollte die Pflicht bereits im Oktober einführen, aber es gab Beratungsbedarf bei den Bundesländern.

Warum wird das Gesetz angepasst?

Das Gericht hatte die bisherigen Bußgelder bei falscher Bereifung als verfassungswidrig bezeichnet, weil die Regelungen zu schwammig seien. Bisher hieß es nur, dass die Ausrüstung von Fahrzeugen „an die Wetterverhältnisse anzupassen“ sei. Hierzu zählte insbesondere die „geeignete Bereifung“ – ohne dass erklärt wurde, was genau damit gemeint ist. Deshalb war es ein leichtes, Bußgelder anzufechten.

Was sind Winterreifen?

Als Winterreifen gelten auch Allwetterreifen und M+S-Reifen – entscheidend ist die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Wer erst mit Eintreten der Pflicht die entsprechenden Reifen aufziehen lässt, muss mit Wartezeiten rechnen, da viele Autofahrer traditionell erst mit dem ersten Schnee die Werkstätten ansteuern.

Versicherungsbeitrag dürfte nicht sinken

Die geplante Winterreifenpflicht wird den Kunden der Kfz-Versicherer voraussichtlich keine finanzielle Entlastung bringen. Deutschlands Autoversicherer rechneten mehrheitlich nicht mit einer deutlich sinkenden Schaden/Kosten-Quote, der zentralen Kennziffer für die Rentabilität in dem hart umkämpften Bereich, teilte das Verbraucherportal FinanceScout24 unter Berufung auf eine Umfrage mit. Dementsprechend könnten die Anbieter ihren Kunden auch keine niedrigeren Beiträge in Aussicht stellen.

Mangelhafte Bereifung bei LKW

Ramsauers erklärtes Ziel ist es, auch die Gefahr durch plötzlich querstehende Lastwagen zu minimieren. Doch genau das schaffe die Reifenpflicht nicht, moniert der ACE. „Ramsauer sagt, dass auch Ganzjahresreifen beziehungsweise Allwetterreifen die Anforderungen an einen Winterreifen erfüllen“, so Hillgärtner. Folglich dürften Lkw selbst auf der Antriebsachse mit derartigen Reifen auf Schnee und Eis unterwegs sein, ohne gegen die neue Winterreifenpflicht zu verstoßen. Der ACE macht auch den Kostendruck im Transportgewerbe für oft mangelhafte Bereifung verantwortlich.

Der ADAC hingegen sieht hierin kein größeres Problem, da Lastwagen auch mit tieferem Reifenprofil wegen der hohen Lasten bei stockendem Verkehr Probleme hätten. An steileren Autobahnanstiegen helfe bei Lastwagen bei Schnee und Matsch ohnehin meist nur eines, so der ADAC- Experte Jürgen Grieving: „Da geht es nur noch mit Schneeketten.

(dpa)

ADAC-Winterreifentest 2010:

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