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Politik

Terror

US-Ermittler vermuten Extremisten aus Saudi-Arabien hinter Paketbomben

Ein Extremist aus Saudi-Arabien soll nach Angaben von US-Ermittlern der Hauptverdächtige im Fall um die zwei gefundenen Paketbomben aus dem Jemen sein. Die funktionsfähigen Sprengsätze wurden in Frachtflugzeugen entdeckt. Innenminister de Maizière sagte seine geplante Nahost-Reise ab.

Washington. Ein Verantwortlicher der US-Anti-Terror-Behörden teilte mit, dass die US-Ermittler nach dem Fund zweier Paketbomben aus dem Jemen einen Hauptverdächtigen im Visier haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass Extremisten aus Saudi-Arabien die funktionsfähigen Sprengsätze verschickt haben sollen. Als Schlüsselfigur wird dabei Ibrahim Hassan el Asiri genannt. Einer der zwei Paketbomben sei in Köln umgelanden worden. Die Sicherheitsbehörden sind weltweit in Alarmbereitschaft.

El Asiris sei durch seine früheren Aktivitäten und seine Erfahrung mit Sprengstoffen ein „Hauptverdächtiger“, wie ein Behördenvertreter weiter mitteilte. Es gebe Hinweise darauf, dass El Asiri auch bei dem versuchten Anschlag auf eine US-Passagiermaschine im Landeanflug auf Detroit am 1. Weihnachtstag 2009 eine Rolle gespielt habe.

Der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan, hatte zuvor erklärt, dass die Paketbomben im Zusammenhang mit dem vereitelten Anschlag von Detroit stünden. Die funktionsfähigen Sprengsätze seien von demselben Bombenbauer zusammengesetzt worden, der auch die Bombe gebaut habe, die der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab an Weihnachten hatte zünden wollen, sagte Brennan dem Sender ABC.

El Asiri gehört zu den meistgesuchten Kriminellen in Saudi-Arabien und soll sich im Jemen versteckt halten. Er wurde 1981 im Süden des Landes an der Grenze zum Jemen geboren und ist der Bruder von Abdullah Hassan Taleh Asiri, der im August 2009 ein Selbstmordattentat auf den für den Antiterrorkampf des Landes zuständigen saudiarabischen Prinzen Mohamed bin Najef verübte. Das Mitglied der Königsfamilie wurde bei dem Anschlag verletzt.

In der Nacht zum Freitag waren in Frachtmaschinen auf dem mittelenglischen Flughafen East Midlands und in Dubai aus dem Jemen abgeschickte Pakete mit funktionsfähigen Sprengsätzen entdeckt worden. Die Pakete waren an jüdische Einrichtungen im Raum Chicago adressiert; das in East Midlands beschlagnahmte Paket war auf dem Kölner Flughafen umgeladen worden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte dem MDR, das Bundeskriminalamt habe Hinweise, die es in der Nacht zum Freitag von einem „befreundeten“ Geheimdienst erhalten habe, an die britischen Behörden weitergegeben.

Neben Großbritannien und Frankreich stoppte auch Deutschland angesichts der Paketbombenfunde alle Frachtflüge aus dem Jemen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erklärte in Berlin, das Luftfahrtbundesamt solle alle Luftfahrtunternehmen, Expressdienstleister und andere Transportunternehmen anweisen, keine Fracht aus dem Jemen mehr zu befördern.

De Maizière räumte im MDR ein, dass Frachtflüge bislang vergleichsweise wenig kontrolliert worden seien. Schwachstellen würden jetzt analysiert und beseitigt. Zuvor hatte der Innenminister seine für Sonntag geplante Nahost-Reise aufgrund der aktuellen Ereignisse abgesagt.

Im Jemen verschärften die Behörden ihre Sicherheitsvorkehrungen und nahmen nach eigenen Angaben eine Verdächtige sowie deren Mutter fest. Auf einem Paketschein sei die Handynummer der jungen Frau entdeckt worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Sanaa. Aus Kreisen der katarischen Fluggesellschaft Qatar Airways verlautete, dass eines der Sprengstoff-Pakete zwischenzeitlich an Bord einer Passagiermaschine unterwegs war. (abendblatt.de/afp)

 

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