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Politik

Indien

Attentäter von Mumbai zum Tode verurteilt

Ein Gericht hat den einzigen überlebenden Attentäter der Terrorserie von Mumbai zum Tode verurteilt. Noch kann er jedoch Berufung gegen das Urteil einlegen.

Der 22 Jahre alte Pakistaner Ajmal Kasab ist der einzige überlebende Attentäter der Terrorserie von Mumbai.
Foto: REUTERS

Eineinhalb Jahre nach den Terroranschlägen von Mumbai ist der einzige überlebende Attentäter zum Tode verurteilt worden. Richter M.L. Tahaliyani beschloss am Donnerstag in Mumbay, dem ehemaligen Bombay, das höchste Strafmaß gegen den Pakistaner Mohammed Ajmal Kasab. Die Todesstrafe wird in Indien durch den Strang vollstreckt. Sie muss allerdings noch von der nächsthöheren Instanz, dem High Court, überprüft werden. Kasab kann auch Berufung einlegen sowie ein Gnadengesuch an die Regierung richten

Staatsanwalt Ujjwal Nikam sagte, Kasab sei in vier Anklagepunkten - darunter Mord und „Kriegsführung gegen Indien“ – zum Tode verurteilt worden. In fünf weiteren Punkten habe das Gericht lebenslange Haft verhängt. Der 22-jährige saß bei der Verkündung des Schuldspruchs mit gesenktem Kopf da und zeigte keinerlei Regung. Die Verteidigung hatte in dem Verfahren angesichts der Jugend des Terroristen um Milde gebeten.

Kasab wurde vorgeworfen, am 26. November 2008 zusammen mit neun weiteren Kämpfern der radikal-islamischen Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba in der Finanzmetropole Mumbai (früher Bombay) 166 Menschen getötet zu haben. Unter den 26 ausländischen Opfern waren drei Deutsche. Außerdem starben neun der zehn Terroristen. Nur der heute 22-jährige Kasab wurde lebend gefasst. Im vergangenen Juli räumte er zunächst seine Tatbeteiligung ein. Später widerrief er das Geständnis und erklärte, es sei durch Folter erzwungen worden. Allerdings gibt es Fotos, die zeigen, wie er mit einem Gewehr in der Hand durch den Bahnhof in Mumbai geht, in dem 58 Menschen ums Leben kamen. In dem Prozess wurden mehr als 600 Zeugen vernommen.

Bei der beispiellosen Terrorserie hatten die Extremisten über drei Tage Geiseln genommen und Luxushotels sowie andere Gebäude in Mumbai angegriffen und besetzt gehalten. Nach Überzeugung indischer Ermittler wurde die Terrorserie in Pakistan geplant. Die Anschläge belasten die Beziehungen zwischen den südasiatischen Atommächten Indien und Pakistan bis heute. Indien setzte die Friedensgespräche mit dem Nachbarland nach dem Blutbad aus. (apn/dpa/abendblatt.de)

 

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