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Politik

Kritik am Klimagipfel

Merkel: Kopenhagen nicht schlechtreden

Schande, Farce, Desaster - der Politik wird Versagen vorgeworfen. Bundeskanzlerin Merkel wehrt sich gegen die heftige Kritik.

Auf einer Pressekonferenz der UN-Klimakonferenz hat Merkel die Ergebnisse des Klimagipfels bekannt gegeben und eine gemischte Bilanz der Einigung gezogen.
Foto: dpa

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Ergebnis des UN-Klimagipfels gegen die bereits geäußerte überzogene Kritik verteidigt. „Kopenhagen ist ein erster Schritt hin zu einer neuen Weltklimaordnung, nicht mehr, aber auch nicht weniger“, sagte Merkel der „Bild am Sonntag“. „Wer Kopenhagen jetzt nur schlecht redet, beteiligt sich am Geschäft derer, die bremsen, statt voranzugehen.“ Die Kanzlerin verwies auf die besondere Verantwortung Deutschlands für den nächsten Schritt beim globalen Klimaschutz. „Auf Kopenhagen muss jetzt aufgebaut werden. Das wird Deutschland auf der Konferenz Mitte des Jahres in Bonn tun.“

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Eigentlich hatte Merkel ein verbindliches und umfassendes politisches Dokument gewollt, einen Grundstock für das geplante Weltklimaabkommen mit allen wichtigen Elementen: die Begrenzung des gefährlichen Temperaturanstiegs auf der Erde auf weniger als zwei Grad; verbindliche Zusagen zur Minderung von Klimagasemissionen; verbindliche Hilfszusagen von reichen an arme Länder, die mit den Folgen des Klimawandels und mit dem Umbau ihrer Wirtschaft kämpfen; alles das, ergänzt um ein Regime zur Überprüfung der Ankündigungen.

Doch am Ende von etwa zehnstündigen Verhandlungen, wo die 30 mächtigsten Machthaber der Welt nach Aussage von Teilnehmern in einem stickigen Raum über jeder einzelnen Formulierung des dreiseitigen Schlusspapiers brüteten, fand Merkel die meisten ihrer Ziele nur in verschwurbelter, windelweicher Form wieder.

Nur das von Merkel immer wieder angemahnte Zwei-Grad-Ziel scheint nun wirklich von der gesamten Welt akzeptiert. Auf der Habenseite standen auch noch die zugesagten Finanzhilfen von zunächst 30 Milliarden, später 100 Milliarden Dollar an Entwicklungsländer. Große Löcher klafften dagegen bei Zusagen zur Senkung der Klimagase, was Merkel auch bitter vermerkte. Unter dem Strich habe sich die Arbeit dennoch gelohnt, meinte die Kanzlerin. „Wir sind einen Schritt vorangekommen, aber ich hätte mir mehr Schritte gewünscht.“ Sprach's und reiste, schon weit nach Mitternacht, zurück nach Berlin.

(APD/abendblatt.de)

 

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