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Politik

Bundeswehr in Afghanistan

KSK-Soldaten halfen Oberst Klein bei Luftangriff

Bundeswehroberst Klein soll beim Angriff als amtierender Kommandeur der geheimen Einheit Task Force 47 (TF 47) agiert haben.

Afghanische Polizisten stehen vor einem von insgesamt zwei bei einem von der Bundeswehr befohlenen Luftangriff nahe Kundus in Nordafghanistan zerstörten Tanklastzug.
Foto: ddp

Berlin. In der Debatte um den von einem deutschen Offizier angeordneten Luftangriff in Afghanistan auf zwei Tanklastzüge kommen immer mehr Fakten ans Tageslicht. Angehörige der Bundeswehr-Eliteinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) sollen eine Rolle gespielt haben. Laut „Bild“-Zeitung hat Bundeswehroberst Georg Klein in der Nacht des Angriffs als amtierender Kommandeur der geheimen Einheit Task Force 47 (TF 47) agiert und sei von mindestens fünf Offizieren und Unteroffizieren beraten worden. Diese Einheit habe im deutschen Lager in Kundus einen eigenen, hochmodernen Kommandostand und bestehe zur Hälfte aus KSK-Soldaten, die auch Jagd auf aufständische Taliban und Terroristen machten.

Bei dem Luftschlag waren am 4. September bis zu 142 Menschen getötet worden, darunter viele Zivilisten. Die Zeitung schrieb unter Berufung auf eine interne Rechtsbewertung der Bundeswehr, Klein habe den Angriffsbefehl nach den NATO-Einsatzregeln nur als TF-47-Kommandeur geben können. Bereits die Aufklärung vor dem Angriff sei von der TF 47 angefordert worden. Ein Offizier der Einheit habe in der Nacht etwa sieben Mal mit einem afghanischen Informanten telefoniert. Der Informant habe unter anderem vier Talibanführer bei den Tanklastern identifiziert.

Das Blatt schrieb, der Offizier sei möglicherweise Angehöriger des KSK. Er sei von NATO-Ermittlern und deutschen Feldjägern ausführlich befragt worden, sein Name werde jedoch nicht genannt. Das geheime Einsatzprotokoll der Angriffsnacht sei von einem KSK-Mann geführt worden. Es werde den NATO-Ermittlern unter Verweis auf nationale deutsche Geheimhaltungsvorschriften vorenthalten.

Ein Sprecher von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte, die Obleute des Bundestagsverteidigungsausschusses seien am 6. November über die Existenz der Task Force 47 unterrichtet worden. Dass es sich bei der TF 47 um eine Einheit mit KSK-Soldaten handelt, wurde dem Blatt zufolge dabei aber nicht erwähnt. Das Nachrichtenportal „Spiegel Online“ schrieb, Kennern sei die Existenz der gemischten Einheit TF 47 von KSK-Soldaten und Bundeswehraufklärern im Grundsatz seit Langem bekannt. abendblatt.de/ddp

 

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