Die Bundesanstalt für Arbeit hält eine bessere Kinderbetreuung für ein vordringlicheres Ziel der Arbeitsmarktpolitik als mehr Kindergeld.

Heinrich Alt, Mitglied im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA), fordert die Politik zum Nachdenken auf. Die Frage: Ist eine Erhöhung der Zahlungen an Hartz-IV-Empfänger sinnvoll oder sollten nicht besser die Rahmenbedingungen für die Arbeitsaufnahme verbessert werden?
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Hamburg. Heinrich Alt, Mitglied im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA), hat die Politik aufgefordert zu klären, ob eine Erhöhung der Zahlungen an Hartz-IV-Empfänger sinnvoll ist oder nicht die Rahmenbedingungen für die Arbeitsaufnahme verbessert werden sollten. Im INterview mit dem Hamburger Abendblatt (Montag-Ausgabe) nannte er das Kindergeld als Beispiel. "Statt über weitere Kindergelderhöhungen nachzudenken, sollten die Rahmenbedingungen für die Kinderbetreuung verbessert werden, damit junge Mütter oder Väter die Chance auf einen Arbeitsplatz haben, der sich auch mit der Familie vereinbaren lässt", sagte Alt. "Das ist eine schwierige Abwägung, die politisch geklärt werden muss."
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Es würden immerhin 650.000 Alleinerziehende mit Kindern unter 16 Jahren staatlich unterstützt. "In Westdeutschland aber gibt es das große Problem, dass die zur Verfügung stehende Kinderbetreuung nicht zu den Arbeitszeiten der Frauen passen", sagte der Arbeitsmarktexperte. "Für Verkäuferinnen oder Friseusen etwa ist der Sonnabend einer der Hauptarbeitstage, aber Kindertagesstätten haben dann nicht geöffnet."
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