Explosion erschüttert Kandahar
Mindestens 41 Tote bei Selbstmordanschlag
In der afghanischen Stadt Kandahar sind bei einem Selbstmordanschlag 41 Menschen getötet und weitere 66 verletzt worden.
Ein Polizist steht neben der Zerstörung, die durch einen Selbstmordanschlag verursacht wurde.
Foto: AP
Kabul. Bei einem der schwersten Bombenanschläge in Afghanistan seit Monaten sind in der Stadt Kandahar nach Angaben der Polizei mindestens 41 Menschen getötet worden. 66 weitere Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden.
Durch die Wucht der Detonation seien zahlreiche Häuser beschädigt worden, sagte ein Sprecher. Die meisten Opfer seien Zivilisten. Die Wucht der Detonation habe Scheiben noch in bis zu einem Kilometer Entfernung zum Bersten gebracht. Ein Augenzeuge hatte zuvor erklärt, zu dem Anschlag sei es in der Nähe des Büros des Geheimdienstes gekommen. Nach der Detonation seien Schüsse zu hören gewesen. Polizei und Armee hätten den Anschlagsort abgesperrt.
Kurz vor dem Anschlag waren erste Teilergebnisse der Präsidentschaftswahl veröffentlicht worden. Wie die Wahlkommission mitteilte, liegen Amtsinhaber Hamid Karsai und der frühere Außenminister Abdullah Abdullah gleichauf. Nach Auszählung von rund zehn Prozent der Stimmen kamen demnach beide auf etwa 40 Prozent. Abdullah und sechs weitere Kandidaten sprachen von großen Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung vom vorigen Donnerstag.
Den ersten Ergebnissen zufolge kam Karsai nach Auszählung von 524.000 gültigen Stimmen aus 22 der 34 Provinzen auf 40,6 Prozent, während Abdullah 38,7 Prozent für sich verbuchen konnte. Angesichts von nur zehn Prozent ausgezählten Stimmen sind allerdings noch weitreichende Veränderungen möglich. Nach Angaben der Wahlkommission wurden bislang in der Provinz Kandahar weniger als zwei Prozent der Stimmen ausgezählt, in Helmand noch gar keine. Beide Provinzen sind das Herzland der Paschtunen, zu deren Volksgruppe Karsai gehört. Sein Stimmenanteil könnte daher noch deutlich ansteigen.
Mit dem Endergebnis ist nicht vor Mitte oder Ende September zu rechnen. Wenn sich keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit sichern kann, wird es voraussichtlich Anfang Oktober zu einer Stichwahl kommen. Die radikalislamischen Taliban hatten zum Wahlboykott aufgerufen, die Abstimmung am vergangenen Donnerstag aber nicht verhindern können.
Indes gingen auch die tödlichen Kämpfe zwischen den radikal- islamischen Taliban und den internationalen Streitkräften weiter. Nach dem Tod von vier weiteren US-Soldaten bei einem Anschlag inSüdafghanistan am Dienstag ist es inzwischen für die ausländischen Truppen inAfghanistan bereits jetzt das verlustreichste Jahr seit Beginn des Einsatzes. Der unabhängige Internetdienst icasualties.org verzeichnete 295 ausländische Soldaten, die seit Jahresbeginn starben. Im gesamten vergangenen Jahr waren demnach 294 ausländische Soldaten am Hindukusch ums Leben gekommen.





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