23.02.13

Gewerkschafter Früherer DGB-Chef Breit im Alter von 88 Jahren gestorben

Ernst Breit

Foto: pa/dpa

Ernst Breit Foto: pa/dpa

Der ehemalige DGB-Vorsitzende Ernst Breit ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren, wie der DGB am Sonnabend in Berlin mitteilte.

Berlin. Der ehemalige DGB-Vorsitzende Ernst Breit ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 88 Jahren, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund am Samstag in Berlin mitteilte. Breit leitete die Organisation von 1982 bis 1990.

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer würdigte den Verstorbenen als jemanden, der "geachtet, verehrt und gemocht" wurde, "weit über die Gewerkschaften und den DGB hinaus". Seine Amtszeit als Vorsitzender sei keine leichte gewesen.

Sommer erinnerte "an die Auseinandersetzung mit der konservativ-liberalen Bundesregierung unter Helmut Kohl, deren sogenannte geistig-moralische Wende sich auch auf die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik erstreckte". Gemeinsam mit den DGB-Gewerkschaften habe Breit weitreichende Arbeitszeitverkürzungen durchgesetzt, um Beschäftigung zu sichern und zu schaffen.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich betroffen über den Tod des früheren DGB-Vorsitzenden Ernst Breit geäußert. "Mit ihm geht ein großer deutscher Gewerkschafter, leidenschaftlicher Sozialdemokrat und streitbarer Demokrat", ließ Gabriel am Sonnabend in Berlin mitteilen. Die Todesnachricht mache ihn traurig. "Wir werden sein Andenken in Ehren halten."

Breit hatte den schlingernden Tanker DGB nach dem Skandal um die gewerkschaftseigene Wohnungsbaugesellschaft Neue Heimat aus der größten Krise seiner Geschichte in ruhigeres Fahrwasser geführt. Beharrlich bis stur verfolgte der geborene Dithmarscher seine Ziele, manche empfanden den Norddeutschen auch als zu dröge.

Seine berufliche Laufbahn hatte Breit bei der damaligen Reichspost begonnen. 1971 übernahm er den Vorsitz der Deutschen Postgewerkschaft. Dem Ruf auf den DGB-Vorsitz folgte er elf Jahre später eher aus Pflichtgefühl, denn aus Leidenschaft.