21.02.13

Syrien

Mehr als 70 Tote bei Anschlagsserie in Damaskus

Verbrannte Leichen liegen auf der Straße. Autos stehen in Flammen. Krieg und Terror erreichen in diesen Tagen auch Viertel von Damaskus.

Foto: dpa
DAMASCUS BLAST
Rauch über der syrischen Hauptstadt Damaskus

Damaskus. Terror im Zentrum von Damaskus: Eine Anschlagsserie mit mehr als 70 Toten hat am Donnerstag die syrische Hauptstadt erschüttert. Vor Einrichtungen des Sicherheitsapparates und der Regierungspartei detonierten kurz hintereinander drei Autobomben. Nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter starben insgesamt 72 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten. Es habe Hunderte von Verletzten gegeben. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind in dem blutigen Konflikt insgesamt bereits mindestens 70 000 Menschen ums Leben gekommen.

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Die Nationale Syrische Koalition, das größte Oppositionsbündnis, nannte die Urheber der Attacken in einer Erklärung "Terroristen". Alle Aktionen, die gegen Zivilisten gerichtet seien oder die Menschenrechte verletzten, seien kriminelle Handlungen und müssten verurteilt werden – egal wer die Täter seien oder womit die Taten begründet würden.

Allein durch die Explosion einer Bombe an einer Straßensperre vor dem Gebäude der Baath-Partei im Innenstadtviertel Al-Masraa starben nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter 59 Menschen. Das staatliche Fernsehen sprach von 53 Toten. Unter den Opfern seien Schulkinder und

16 Angehörige der Sicherheitskräfte, hieß es. Der Sprengsatz, der in der Umgebung mehrere Autos in Brand setzte, wurde wahrscheinlich von einem Selbstmordattentäter gezündet. Mehrere Menschen wurden durch die heftige Explosion durch die Luft geschleudert und in Stücke gerissen.

Leichte Verletzungen durch Glassplitter erlitt nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabija auch Naif Hawatmeh, der Generalsekretär der Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas (DFLP).

Zwei weitere Autobomben detonierten neben einer Polizeiwache im Stadtteil Birsa. Nach Informationen der Aktivisten kamen hier mindestens 13 Menschen ums Leben, darunter zehn Soldaten. Auch hier gab es Dutzende von Verletzten. Etliche Bewohner von Birsa verließen das Viertel aus Angst vor weiteren Bomben. Landesweit zählten die Regimegegner bis zum Nachmittag 92 Tote – die Opfer der Autobombenanschläge berücksichtigten sie dabei nicht.

Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete unter Berufung auf Regimegegner, eine Mörsergranate sei auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums eingeschlagen. In den vergangenen Tagen hatte es auch in Vierteln der syrischen Hauptstadt, die bislang vom Bürgerkrieg verschont geblieben waren, Rebellenangriffe gegeben.

Keine Bestätigung gab es für Medienberichte, wonach die syrische Luftabwehr eine israelische Drohne abgeschossen haben soll. Das unbemannte Aufklärungsflugzeug soll nach Angaben arabischer Medien, die der syrischen Regierung nahestehen, an der Grenze zum Libanon unter Beschuss geraten sein. Israel ist über den möglichen Transport hochmoderner Waffen aus Syrien zur Schiiten-Miliz Hisbollah im Südlibanon besorgt. Es gilt deshalb als wahrscheinlich, dass israelische Aufklärungsdrohnen zum Einsatz kommen.

(dpa)
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